Die Zehen sind empfindliche Knochen und schon bei einem ungeschickten Laufen gegen die Tür kann es passieren, dass der Zeh gebrochen ist. Normalerweise wirst Du einen Bruch anhand der starken Schmerzen feststellen und umgehend einen Arzt aufsuchen. Beim Zeh sind die Beschwerden weniger ausgeprägt und daher kann es vorkommen, dass solch eine Verletzung übersehen wird.

Daher ist es wichtig selbstständig einschätzen zu können, ob die Beschwerden von einer Verstauchung oder einem Bruch herrühren. Hier erfährst Du, wie sich die Verletzungen ausdrücken.

Ursachen für Verletzungen

Die Zehen gehören zu den kleineren Knochen des Körpers. Aufgrund ihrer Stellung sind vor allem der große und der kleine Zeh einem höheren Risiko der Verletzung ausgesetzt. Im Alltag schützen Schuhe Dich meist vor stärkeren Einschränkungen und selbst wenn Du Dich leicht stößt, werden die Füße dies aushalten.

Anders sieht es jedoch im Haushalt aus. Dort läufst Du entweder barfuß oder in Socken und bei einer kleinen Unachtsamkeit kann es schnell passieren, dass Du Dich an der Tür, einem Stuhl oder den Schrank stößt. Dies kann im ersten Moment sehr schmerzhaft sein, doch nach wenigen Augenblicken ist der erste „Schock“ überwunden.

In den meisten Fällen wirst Du keine bleibende Beeinträchtigung davontragen. Falls aber das Gehen nur unter Schmerzen möglich ist, solltest Du genauer prüfen, welche Art von Verletzung vorliegt.

Die Symptome einer Prellung, Stauchung oder Bruchs sind im Bereich der Zehen kaum voneinander zu unterscheiden. Daher solltest Du genau auf Deinen Körper achten und im Zweifel lieber den Arzt aufsuchen.

Wie sich der verstauchte Zeh anfühlt

Werden Gelenke überstreckt und gedehnt, wird die Gelenkkapsel geschädigt. Dies kann etwa passieren, wenn Du mit dem Zeh irgendwo hängen bleibst und dieser sich stark zu einer Seite bewegt. Als Sportverletzung kommt der verstauchte Zeh eher selten vor. Meist tritt dieser Vorfall im Alltag auf.

Die Kraft, die hierbei auf den Zeh einwirkt, ist zwar groß genug, um das Gelenk zu schädigen, es tritt aber kein Bruch auf. Besonders betroffen von der Verstauchung ist der kleine Zeh. Dieser liegt am äußeren Rand und ist daher besonders anfällig für solch eine Beeinträchtigung.

Die Anzeichen eines verstauchten Zehs sind zunächst Schmerzen, die sich besonders bei der Bewegung äußern. Zudem können Blutergüsse und Schwellungen auftreten. Damit sind die Symptome sehr ähnlich eines Bruchs.

Im Normalfall wird die Verstauchung nach ca. einer Woche ausheilen. Eine intensive Behandlung ist zwar nicht notwendig, mit etwas Kühlung und einem Kompressionsverband lässt sich der Zeh aber stabilisieren und die Schmerzen lindern.

Ist die Schwellung sehr ausgeprägt und die Schmerzen deutlich wahrnehmbar, suche zur Sicherheit den Arzt auf. Dieser kann mithilfe eines Röntgenbildes klären, ob es sich nicht doch um einen Bruch handelt.

Der gebrochene Zeh

Für einen Bruch des Zehs ist eine höhere Belastung notwendig als bei einer Verstauchung. Du musst also sehr schnell unterwegs sein, damit der Zeh bricht, falls Du irgendwo anstößt. Eine andere Möglichkeit für den Bruch ist, dass eine höhere Last auf den Zeh fällt. Verlierst Du etwa eine Hantel im Fitnessstudio und diese fällt direkt auf den Zeh, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass dieser gebrochen ist. Eine Prellung oder Stauchung ist nach diesem Vorfall eher auszuschließen.

Die Symptome des gebrochenen Zehs können der Verstauchung zunächst sehr ähneln. Jede Bewegung ist mit Schmerzen verbunden und es kann sich ein deutlicher Bluterguss unter dem Zehennagel bilden.

Das deutlichste Anzeichen des Bruchs ist die unnatürliche Fehlstellung des Zehs. Dieser steht zu einer Richtung ab und geht nicht in seine natürliche Position zurück. Mitunter kannst Du auf diese Weise sehr genau erkennen, wo der Bruch erfolgte.

Zur Sicherheit ist bei dem Verdacht eines Bruchs der Arzt aufzusuchen. Dieser wird ein Röntgenbild anfertigen, auf welchem der mögliche Bruch zu erkennen ist.

Fühlt sich der Zeh taub an oder ist das Empfinden in diesem Bereich gestört, sind dies ebenfalls deutliche Hinweise auf einen Bruch. Wird der Bruch nicht behandelt, können bleibende Schäden auftreten. Daher sollte der Zehenbruch nicht auf die leichte Schulter genommen und immer von einem Arzt versorgt werden.

Behandlung

Füße hochlegen
Bei einem Bruch oder Stauchung der Zeh gilt zunächst der Grundsatz Ruhe zu bewahren und die Füße hochzulegen

Ob bei einer Verstauchung oder einem Bruch des Zehs, die Behandlung ist zunächst sehr ähnlich. Hierfür orientierst Du Dich an der bekannten „PECH“-Regel. Lagere den Fuß hoch, belaste ihn weniger und kühle ihn, um die Schmerzen zu lindern.

Sind die Beeinträchtigungen sehr hoch, ist zwingend der Arztbesuch notwendig. Nur dieser kann im Röntgenbild erkennen, wie es im Inneren des Zehs tatsächlich aussieht.

Liegt eine Verstauchung vor, geht es nur darum die Schmerzen unter Kontrolle zu bringen und die Heilung zu stabilisieren. Mit einer Salbe und einer ausgeprägten Kühlung wird der verstauchte Zeh kaum mehr Probleme bereiten. Im Regelfall wird die Verletzung nach einer Woche komplett abgeklungen sein, es gibt jedoch Fälle, wo die Heilung mehrere Monate andauert.

Anders sieht die Behandlung des gebrochenen Zehs aus. Hier ist eine intensivere Therapie notwendig, um bleibende Schäden zu vermeiden. Der betroffene Zeh wird im Gips stabilisiert und der Knochen ruhig gestellt. Dadurch kann der Knochen wieder in seiner natürlichen Form heilen. Ohne Gips könnte dauerhaft eine Fehlstellung zurückbleiben. Der Gips wird meist für drei bis sechs Wochen getragen und danach werden die Beschwerden kaum mehr wahrnehmbar sein.

Nun hast Du erfahren, worauf Du bei den Beschwerden achten musst und wie Du einen verstauchten, von einem gebrochenen Zeh unterscheidest. Im Zweifel ist der Arzt immer der richtige Ansprechpartner, um eine finale Diagnose zu stellen.