Es geht mal wieder in die heiße Phase der Klausurprüfungen und der Inhalt sitzt noch nicht so fest, wie Du es Dir wünschen würdest? Dann ist die Versuchung groß die 24 Stunden des Tages mit so viel Lernzeit wie möglich auszufüllen. Dahinter steckt die Idee, doch noch so viel zu lernen wie es nur geht und eine bessere Prüfung abzulegen.

Doch ist es überhaupt sinnvoll so viel Zeit in das Lernen zu investieren und zeigen sich durch solch extreme Lernzeiten Erfolge?

Erfahre, wie viel Zeit Du überhaupt nur maximal am Tag mit dem Lernen verbringen solltest und wie der optimale Lerntag aussieht. Dann wirst Du erst keine 24-Stunden Marathon Lernsessions einlegen müssen, sondern ganz entspannt die Lerninhalte aufnehmen.

Die maximale Lernzeit am Tag

Du möchtest wahrscheinlich so gute Leistungen abliefern wie nur möglich. Wie verhält sich Deine Lernzeit im Vergleich zu Deinen Kommilitonen? Würdest Du Dich selber zu den Fleißigen zählen oder lässt Du es eher ruhig angehen?

Wie viel Stunden Du mit dem Lernen zubringst, hat nur bedingt etwas mit dem Prüfungserfolg zu tun. Dies wurde in einer groß angelegten Studie erfasst, in welcher die Lernzeiten mit dem späteren Prüfungserfolg verglichen wurde. Darin zeigte sich, dass die Dauer des Lernens kaum mit dem Erfolg zusammenhängt.

Für manche Studenten gelte sogar der Grundsatz, dass zu viel investierte Zeit in das Lernen keinen Mehrwert bringe. Sie würden die neuen Inhalte gar nicht erfassen und damit auch keine Verbesserung der Note erzielen. Somit kann trotz sehr unterschiedlicher Lernzeiten ein gleiches Leistungsniveau vorhanden sein. Dies ist übrigens nicht auf die Intelligenz zurückzuführen, sondern eher darauf, dass es einfach unterschiedliche Lerntypen gebe. Vielmehr liege der Unterschied in der Effizienz des Lernens und der individuellen Lernstrategie.

Die maximale Lernzeit ist zudem stark von der Konzentrationsfähigkeit abhängig. Ein konzentriertes Arbeiten ist nur für etwa 6 Stunden möglich. Selbst wenn Du die 6 Stunden über den Tag verteilst, wirst Du diese Leistung nicht erhöhen können. Zwingst Du Dich dennoch über diese Stundenzahl hinaus zu lernen, wird dies eher als Belastung und Stress wahrgenommen. Die neuen Inhalte werden kaum aufgenommen und da Du weniger Zeit für andere Aktivitäten findest, wird der Ausgleich zum Lernen fehlen.

Investierst Du eine hohe Stundenzahl in das Lernen und vernachlässigst Deine anderen Bedürfnissen, wird dies nicht nur einen negativen Einfluss auf Deine Leistungen haben, sondern auch Deiner Gesundheit schaden. Daher solltest Du selbst in der Klausurphase Deine Freizeit nicht vernachlässigen und einen Ausgleich schaffen.

Die Grenze von 6 Stunden ist zudem nicht festgeschrieben. Je nach Quelle wird auch eine Dauer von 8 bis 10 Stunden angegeben. Dies ist abhängig davon, wie lange Du die Konzentration aufrechterhalten kannst und Dich als aufnahmefähig beschreiben würdest. Klar ist allerdings, dass über mehrere Tage solche extremen Lernzeiten nicht durchzuhalten sind und keinen Erfolg bringen.

Optimal den Lerntag gestalten

Lernplan
Erstelle morgens einen detaillierten Lernplan, um den Lernerfolg zu steigern

Die reine Lernzeit ist also kaum ausschlaggebend dafür, wie erfolgreich Du lernst. Denn es zählt vor allem die Lernqualität und mit effizienteren Lernmethoden wirst Du mehr Inhalte in kürzerer Zeit aufnehmen.

Um einen Tag des intensiven Lernens gut zu nutzen, solltest Du Dir zunächst einen Plan erstellen. Schreibe Dir morgens auf, was Du heute konkret lernen möchtest. Gehe dabei detailliert vor und erwähne nicht nur einfach die Fächer. Schreibe konkret auf, dass Du 20 Seiten des Buches lernen möchtest oder 5 Übungsaufgaben lösen willst. Diese Lernziele sind greifbar und stellen eine gute Motivation dar. Hilfreich ist es natürlich, wenn Du solch einen Plan über einen längeren Zeitraum aufstellst. So wirst Du strukturiert vorgehen und bestmöglich die Inhalte bis zur Klausur aufnehmen.

Ist die Klausur noch einige Wochen entfernt und beginnst Du bereits mit dem Lernen, werden manche Inhalte bis zur Prüfung wieder verloren gegangen sein. Schreibe daher eine kleine Zusammenfassung des Gelernten auf. Es hat sich gezeigt, dass solche „Spickzettel“ nützlich sind, um die wesentlichen Inhalte im Gedächtnis zu behalten. Schaue Dir diese Zusammenfassungen abends noch mal kurz an und diese werden besser im Gehirn verankert.

Schlaf ist für den Lernerfolg ebenfalls ein wichtiger Faktor. Auf keinen Fall solltest Du den Schlaf verkürzen, um mehr Zeit zum Lernen zu haben. Dies würde nur Deine Konzentrationsfähigkeit beeinträchtigen und das Lernen erschweren. Als vorteilhaft hat sich zudem ein kleiner Nap während der Mittagsstunden herausgestellt. Ein kleines Nickerchen von 20 Minuten wirkt wie ein „Reset“ für das Gedächtnis und hilft, neue Inhalte besser zu verarbeiten. Damit kannst Du über den Tag verteilt viel besser lernen.

Ein effizienter Lerntag könnte mit diesen Erkenntnissen wie folgt aussehen:

  • 7:30-8:00 Detaillierten Plan der Lernziele erstellen
  • 8:00-12:00 Insgesamt 4 Stunden Lernzeit
  • 12:00-14:00 Mittagspause / Nap / Spaziergang
  • 14:00-18:00 Weitere 4 Stunden lernen
  • Ab 18:00 Freizeit / Sport / Freunde treffen

Je nach eigenem Tagesrhythmus lässt sich diese Zeit natürlich nach vorne oder hinten verschieben. An diesem Plan kannst Du Dich aber orientieren, um optimal die Lerninhalte aufzunehmen.

Mit Anderen austauschen

Lernst Du lieber für Dich allein, solltest Du den Erfahrungsschatz der Gruppe nicht unterschätzen. Der Austausch mit Deinen Kommilitonen zeigt Dir auf, ob Du Dich auf dem richtigen Weg befindest. Ist Dein Lernplan plausibel und wie tief ist Dein Verständnis für das Thema tatsächlich?

Indem Du Dich regelmäßig mit Deinen Kommilitonen triffst, wirst Du Deinen Lernerfolg hinterfragen und den Lernplan stetig verbessern. Denn eine Perspektive von Außen zu erhalten hilft, einen neutralen Blick zu erhalten. Schließlich ist nicht nur wichtig, dass Du die Stunden so effizient nutzt wie möglich, sondern dass Dein Weg Dich auch zum richtigen Ziel bringt. Ohne äußere Kontrolle kann es schnell passieren, dass Du in Themengebiete abdriftest, die anscheinend gar nicht relevant sind.

Damit sollte die Frage, wie viele Stunden Du am Tag lernen solltest zu genüge beantwortet sein. Zwischen 6 und 10 Stunden wird die maximale Lernzeit am Tag angegeben, an der Du über eine ausreichende Aufnahmefähigkeit verfügst. Nicht die Quantität Deiner Lernzeit zählt, sondern die Qualität. Mit Organisation und einem guten Plan wirst Du ohne viel Stress auch die nächste aufwendige Klausurenphase gut überstehen.