Jeder Mensch ist unterschiedlich und besitzt andere Fähigkeiten. Daher wäre es doch kaum möglich zu beschreiben, wie Du am besten lernen kannst. Doch an der Universität werden in Seminaren zahlreiche Tipps gegeben, um Dich beim Lernen zu unterstützen. Entsprechen diese Hinweise überhaupt Deinem Lerntyp und wie nützlich werden diese Tipps für Dich sein?

Möchtest Du Deinen Lernerfolg steigern, ist es hilfreich zunächst herauszufinden, welchem Lerntyp Du entsprichst. Danach kannst Du Dein Lernverhalten entsprechend Deines Typs anpassen und viel zügiger die komplexen Sachverhalte verstehen.

Wie Dir der passende Lerntyp weiterhilft

Wissen kann auf verschiedenen Wegen angeeignet werden. Ein häufiges Bild beim Lernen ist der Blick in das Buch. Das Lesen stellt sicherlich die „klassische“ Form des Lernens dar und wird von den meisten Menschen angewandt. Es gibt aber noch weitere Wege, um das Wissen aufzunehmen.

Du könntest etwa einem Vortrag zuhören und allein durch die gesprochenen Informationen Dein eigenes Wissen vorantreiben. Oder bist Du eher praktisch veranlagt und musst Dinge selber ausprobieren, um einen Lerneffekt zu spüren?

Indem Du herausfindest welchem Lerntyp Du entsprichst, wirst Du zügiger die Informationen aufnehmen. Diese beziehen sich eher auf Deine Präferenzen und Du wirst schneller Erfolge bemerken. Anstatt unzufrieden eine Methode zu verfolgen, die gar nicht zu Dir passt, wirst Du motivierter sein und Deine Studienleistungen davon profitieren.

4 Lerntypen vorgestellt

Durchgesetzt hat sich in der Moderne das Einteilen von vier Lerntypen. Diese gehen auf den Biochemiker Frederic Vester zurück. Wie verarbeitest Du Informationen am besten? Anhand der Sinneseindrücke hat Vester vier Lerntypen einordnen können.

Visuelle Lerntyp

Der erste Lerntyp bezieht sich auf den Sehsinn. Nimmst Du Informationen vor allem visuell auf, wirst Du am besten Lernen, wenn Du Sachverhalte in Form von Skizzen oder Diagrammen darstellst. Diese Gestaltungen helfen Dir dabei, das Wissen zu verstehen und im Langzeitgedächtnis zu verankern.

Auch das Ansehen von Videos oder Vorträgen ist für Personen besonders effektiv, die zu den visuellen Lerntypen zählen. Da die visuellen Reize stark ausgeprägt sind, ist eine aufgeräumte Umgebung wichtig. Nur in dieser wird die Aufmerksamkeit zu 100% den Lerninhalten gewidmet.

Motorische Lerntyp

Bist Du eher praktisch veranlagt und musst Dinge in Deinen eigenen Händen halten, gehörst Du wahrscheinlich zu den motorischen Lerntypen. Komplizierte Modelle können in Form praktischer Gegenstände viel leichter zugänglich gemacht werden.

Im Studium wird es allerdings schwierig und aufwendig sein, die Inhalte in haptischen Modellen darzustellen. Die wenigsten Themen lassen sich wie ein Skelett veranschaulichen und darstellen.

Um dennoch etwas in den Händen zu halten, könnte es Dir helfen, Karteikarten zu erstellen. Auf diesen schreibst Du die Lerninhalte nieder und hast beim Lernen ein besseres Gefühl.

Auch die Bewegung ist für diesen Lerntyp von Vorteil. Du könntest Dich in Deiner Wohnung bewegen und die einzelnen Punkte mit Wissensinhalten verknüpfen. Oder bei einem ausgedehnten Spaziergang prägst Du Dir Informationen zügiger ein.

Als motorischer Lerntyp musst Du etwas kreativ werden, wenn es um die Aneignung des Wissens in eher theoretischen Studiengängen geht.

Kommunikativer Lerntyp

Bist Du aufgeschlossen, triffst Dich gerne mit Deinen Kommilitonen und tauschst Dich über die Studieninhalte aus?

Trifft diese Beschreibung auf Dich zu, bist Du wahrscheinlich ein kommunikativer Lerntyp. Im Austausch mit anderen Personen erhältst Du einen guten Überblick darüber, wie tief Du bereits mit dem Wissen vertraut bist. Durch die Nachfragen innerhalb des Gesprächs werden Themengebiete näher durchleuchtet und aufgefasst.

Um eine gute Grundlage zu besitzen, solltest Du vor dem ersten Gespräch Dich eigenständig in das Gebiet einarbeiten. Dann besteht die Möglichkeit genauer auf das Wissen einzugehen.

Praktisch für diesen Lerntyp ist das Anwenden der Feynman-Methode. Bei dieser geht es im Kern darum, ein komplexes Themengebiet so simpel wie möglich darzustellen, sodass selbst fachfremde Personen ein Verständnis dafür entwickeln.

Auditive Lerntyp

Beim letzten Lerntyp ist das Ohr besonders effektiv, wenn es um die Aufnahme von Informationen geht. Vorträge werden mit größeren Interesse verfolgt und die Inhalte besser aufgenommen.

Das Lesen alleine ist noch nicht ausreichend, um die Sachverhalte zu verstehen. Du könntest ausprobieren, ob Du durch das laute Lesen die Inhalte besser aufnimmst.

Auch Lern-CDs oder Hörbücher sind für Dich eine nützliche Alternative, falls Du zu der Gruppe der auditiven Lerntypen gehörst. Wichtig ist, dass eine ruhige Umgebung vorhanden ist. Andernfalls könnten Geräusche für Ablenkung sorgen und die Konzentration stören.

Zuordnung der Lerntypen

Effektiver lernen
Du wirst keinem Lerntyp zu 100% entsprechen. Sprich daher möglichst alle Sinne an, um effektiver zu lernen.

Zu welchem Lerntyp würdest Du Dich jetzt selber zuordnen?

Vorab sei gesagt, dass Du wahrscheinlich keinem Lerntyp zu 100% entsprichst. Du wirst zwar eine Präferenz besitzen, aber dennoch aus einer Kombination der Lerntypen bestehen.

Daher sind bestimmte Tests zur Feststellung des Lerntyps auch mehr als Hinweis gedacht. Diese helfen der Selbsteinschätzung und anhand des Ergebnisses kannst Du unterschiedliche Methoden ausprobieren, um das Lernen für Dich angenehmer zu gestalten.

Schlussendlich ist auch die Zuordnung der einzelnen Lerntypen nur ein Hinweis. Durch das Finden der Lerntypen wirst Du angeregt, andere Lernmethoden zu probieren, um festzustellen, wie Du am effektivsten das Wissen aufnimmst.

Allgemein scheint sich jedoch zu bewahrheiten, dass das Ansprechen mehrerer Sinnesorgane zu einer verbesserten Aufnahmefähigkeit führt. Indem Du gleichzeitig siehst, hörst und diskutierst, wirst Du viel mehr lernen, als wenn Du Dich ganz auf das Lesen konzentrieren würdest.

Nutze diese Informationen, um Dein eigenes Lernverhalten zu verbessern.

Tipps zum Lernverhalten

Nachdem Du nun erfahren hast, welchem Lerntyp Du weitestgehend entsprichst, solltest Du auch an Deinem Lernverhalten arbeiten. Denn dort wird es wahrscheinlich auch noch Optimierungspotenzial geben, welches Dich zu besseren Leistungen anspornt.

Im Studium besteht vor allem die Gefahr unstrukturiert vorzugehen. Anders als in der Schule bist Du viel freier und in der Lage, die Zeit selbstständig einzuteilen. Die Freiheit kann allerdings auch trügerisch sein, wenn Du mit ihr nicht umgehen kannst.

Bereitest Du Dich auf eine Prüfung vor, erstelle Dir frühzeitig einen Lernplan. Diesen unterteilst Du in Wochen und Tage. Unterteile das große Themengebiet in kleinere Sachverhalte und erfasse Schritt für Schritt den gesamten Themenkomplex.

Lernst Du am liebsten mit einem Buch, dann lies dieses laut vor. Dadurch sprichst Du auch Deinen Hörsinn an und wirst die Informationen besser verarbeiten. Das laute Vorlesen ist ebenso hilfreich, falls Du eine Seminararbeit auf Fehler überprüfen möchtest.

Lege beim Lernen zudem genügend Pausen ein. Die maximale Konzentrationsspanne liegt am Tag bei ca. 6 Stunden. Verteile daher die Lerneinheiten gleichmäßig auf alle Tage und vermeide es, an den Tagen vor der Prüfung zwangsweise noch den ganzen Tag zu lernen.

Zwischen den Lerneinheiten sind Phasen der Entspannung wichtig. Vielleicht hilft Dir ja Meditation oder Yoga weiter? Sport stellt ebenfalls einen guten Ausgleich dar, um den Geist auf andere Gedanken zu bringen.

Indem Du herausfindest welchem Lerntypen Du angehörst, wirst Du effektiver lernen und die Informationen besser aufnehmen. Damit wirst Du bessere Fortschritte im Studium erzielen und nicht mehr gefrustet vor den Büchern sitzen.