Leidest Du unter schwachen Venen, wird das Blut nicht mehr in der ausreichenden Menge transportiert. Es sammelt sich in den Blutgefäßen und Krampfadern können entstehen. Unbehandelt könnte es sogar zu einer Bildung von Thrombosen kommen, die lebensgefährlich sind. Oftmals wird die Veneninsuffizienz als Krankheit für ältere Menschen beschrieben. Dies ist jedoch nicht der Fall und von der Venenschwäche können eine Vielzahl von Personengruppen betroffen sein.

Lerne mit der Veneninsuffizienz umzugehen und verharmlose diese nicht als kleinere Alltagserkrankung. In diesem Ratgeber erfährst Du, welche Ursachen vorliegen und wie Du die Venen wieder in Form bringst.

Beschreibung der Venenschwäche

Venen sind dafür verantwortlich das sauerstoffärmere Blut zum Herzen zurückzupumpen. Hierbei müssen die Venen entgegen der Schwerkraft arbeiten und eine höhere Leistung vollbringen. Sind sie in der Funktion eingeschränkt, kann sich dies in deutlich dickeren Venen äußern. Diese treten auf, wenn Du für längere Zeit stehst und die Beine sich unter einer größeren Belastung befinden. Stellst Du dicke Venen fest, solltest Du die Anzeichen ernstnehmen und an den Ursachen arbeiten. Zunächst geht es jedoch darum, das Venensystem besser zu verstehen.

Wie bereits beschrieben besteht die Aufgabe der Venen darin, dass sauerstoffärmere Blut zum Herzen zu führen. Täglich müssen die Venen rund 7.000 Liter Blut auf diese Weise entgegen der Schwerkraft befördern. Doch wie funktioniert dies eigentlich?

Damit das Blut aus den Beinen nach oben gepumpt werden kann, sind in kleinen Abständen Venenklappen in den Blutgefäßen integriert. Pumpt das Herz und das Blut wird im gesamten Kreislauf befördert, öffnen sich die Venenklappen. Um einen Rückfluss des Blutes zu verhindern, schließt sich die Venenklappe. Auf diese Weise wird das Blut Schritt für Schritt über die einzelnen Klappen nach oben befördert. Mit jedem Herzschlag öffnen sich die klappen und lassen einen Transport zu.

Für die Regulierung des Drucks zeichnen sich die Muskelpumpen aus. Bewegst Du Dich, ziehen sich die Muskeln im Fuß und den Beinen zusammen. Der Druck erhöht sich an der betroffenen Stelle und das Blut wird nach oben befördert.

Problematisch wird es, wenn die Venenklappen oder die Muskelpumpe nicht mehr mit voller Leistung arbeiten. Schließen die Klappen nicht richtig oder ist die Pumpe zu schwach, kann das Blut nicht mehr optimal fließen. Es staut sich und kann zu den Beschwerden der Veneninsuffizienz führen.

Symptome der Veneninsuffizienz

Die schwächelnden Venen zeigen sich auf unterschiedliche Weise. Am häufigsten ist zunächst eine Schwellung zu spüren. Es wird gerne auch von schweren Beinen gesprochen, die am Ende des Tages auftreten. Vor allem Personen, die die meiste Zeit des Tages stehen, sind davon betroffen.

Im Sommer sind die Symptome meist ausgeprägter. Die Blutgefäße weiten sich, um die Wärme besser abzutransportieren. Dies sorgt dafür, dass der Blutdruck sinkt und der notwendige Druck noch schwerer aufgebaut wird.

Zu Beginn kann sich die Schwäche in kleinen Besenreiser äußern. Dies sind rötliche oder bläuliche Linien, die sich am Oberschenkel abzeichnen. Es handelt sich um sehr feine Gefäße, in denen sich das Blut staut.

Mit der Zeit beginnen sich auch die Venen deutlicher mit Blut zu füllen. Insbesondere am Unterschenkel und der Wade werden die Venen sich abzeichnen und hervortreten.

Als stärkere Form der Besenreiser treten Krampfadern auf. Diese befinden sich ebenfalls am Unterschenkel und der Wade. Das Blutgefäß ist wesentlich dicker und schlängelt sich über das Bein.

Des Weiteren kann sich auch Wasser in den Beinen sammeln. Am Knöchel oder dem Unterschenkel wird die Flüssigkeit nicht mehr ausreichend bewegt und lagert sich in Form eines Ödems ab.

Mögliche Ursachen

Veneninsuffizienz - Senioren
Im Alter ist es kaum vermeidlich, dass die Venenleistung nachlässt – Frauen sind zudem stärker betroffen

Die Ursachen der Venenschwäche sind vielseitig. Das Alter ist einer der größten Risikofaktoren und es ist völlig natürlich, dass die Leistungsfähigkeit der Venen abnimmt. Der Prozess lässt sich aber bereits in relativ jungen Jahren erkennen. Ab dem 30. Lebensjahr treten zum Teil die ersten Anzeichen einer Veneninsuffizienz auf. Genetische Faktoren spielen hierbei eine große Rolle und häufig sind diese Beschwerden innerhalb der Familie verbreitet.

Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Als Ursache wird hierfür die Struktur des Bindegewebes beschrieben. Diese ist weniger stabil, dafür aber flexibler als bei Männern. Neben der Venenschwäche führt dieser Aufbau übrigens auch zu der Cellulite. Zudem wird das weibliche Geschlechtshormon Östrogen für die Venenschwäche mitverantwortlich gemacht.

Neben dem Alter ist das Übergewicht eines der größten Risikofaktoren. Die Durchblutung wird im Allgemeinen gestört und es können Thrombosen auftreten.

Wird die Muskulatur wenig gefördert und Du verbringst die meiste Zeit des Tages im Stehen oder Sitzen, werden die Venen ebenfalls geschwächt. Die Muskelpumpe kann kaum Arbeit verrichten und eine Schwächung ist vorprogrammiert.

Krankheitsbilder

Je nach Ausprägung wird die Veneninsuffizienz in unterschiedliche Stadien eingeteilt. Der Arzt wird anhand der Symptome und nach der Untersuchung einschätzen, ob bereits eine chronisch-venöse Insuffizienz vorliegt. Hierbei mit Hilfe des Ultraschalls geprüft, in welchem Zustand sich die Blutgefäße befinden. Die Einteilung sieht wie folgt aus:

Stadium I

Im Anfangsstadium zeigen sich vereinzelte bläuliche Verfärbungen an den Fußrändern. Die Füße werden nicht mehr ordentlich durchblutet und verfärben sich leicht. Ebenso bilden sich Ödeme, die jedoch je nach Tätigkeit des Tages sich wieder auflösen können.

Stadium II

Die bläulichen Verfärbungen weiten sich aus. Nun ist der gesamte Fuß betroffen und selbst der Unterschenkel wirkt etwas bläulicher. Ödeme bilden sich dauerhaft und gehen selbst bei angepasster Lebensweise nicht mehr zurück.

Stadium III

Im schwersten Stadium ist die Durchblutung stark beeinträchtigt. Die Hautveränderung ist sehr deutlich und die stärkste Begleiterkrankung ist das offene Bein (Ulcus cruris). Die Heilungskräfte sind aufgrund der geringen Durchblutung geschwächt, sodass die offene Wunde entsteht und nicht mehr verheilt.

Therapiemöglichkeiten

Die Venenschwäche ist teilweise vom Alter geprägt und genetischen Vorbedingungen geprägt. Dennoch können bestimmte Maßnahmen getroffen werden, um zumindest die Veneninsuffizienz zu lindern.

Gesünderer Lebensstil

Als erste Maßnahme sollte die Lebensführung geändert werden. Durch mehr Bewegung, weniger Alkohol und einer gesünderen Ernährung werden die Weichen gestellt, damit die Venen sich erholen. Durch eine regelmäßige Belastung wird die Muskulatur gestärkt und die Funktionsfähigkeit erhöht.

Insbesondere im ersten Stadium der Veneninsuffizienz lässt sich eine deutliche Verbesserung erkennen. Trotz ungünstiger genetischer Faktoren lässt sich der Eintritt der Erkrankung verzögern.

Bewege Dich ausreichend, verzichte auf Alkohol sowie Nikotin und erreiche ein gesundes Gewicht. Damit legst Du die Grundlage für gesunde Venen.

Kompressionstherapie

Ist die Muskelpumpe nicht mehr in der Lage den notwendigen Druck aufzubauen, können Kompressionsstrümpfe diese Aufgabe übernehmen. Diese liegen so eng an, dass das Blut nicht mehr zurückläuft und im Bein versackt.

Es ist zu beachten, dass die Kompressionsstrümpfe sehr eng anliegen müssen. Nur in Abstimmung mit dem Arzt oder einer anderen fachlichen Beratung wirst Du die passenden Strümpfe finden und die Symptome lindern.

Operation

Als letztes Mittel kann eine Operation durchgeführt werden, um den Verlauf der chronisch-venösen Insuffizienz zu verbessern. Die Wirkung der Operation ist allerdings umstritten und es ist kaum geklärt, inwiefern eine Verbesserung eintritt. Sie kann aber helfen, den Krankheitsverlauf zu stoppen und weitere Komplikationen verhindern.

Die Veneninsuffienz

Schwache Venen sind durchaus ein Volksleiden und vor allem ältere Personen sind davon betroffen. Leidest Du selber unter der Erkrankung, wirst Du diese nur schwer komplett heilen können. Mit einer gesünderen Lebensführung ist aber immerhin eine Linderung zu erwarten und der Verlauf wird positiv beeinflusst. Indem Du so früh wie möglich Deine Beine stärkst und für mehr Bewegung im Alltag sorgst, wirst Du Dir die Schmerzen im Alter ersparen.