Alkohol ist ein Nervengift, welches einen großen Einfluss auf das Leben nimmt. Ein übermäßiger Konsum ist langfristig lebensgefährlich und die Folgen deutlich spürbar. Obwohl Alkoholkonsum in der Gesellschaft weitestgehend akzeptiert ist, sollten die Risikofaktoren nicht unterschätzt werden.

Wer zu viel Alkohol getrunken hat, wird deutlich die veränderte Stimmung wahrnehmen. Die Hemmungen fallen und alkoholisierte Personen sind nicht mehr wiederzuerkennen.

Doch verändert sich die Persönlichkeit auch bei einem Alkoholismus und wie äußert sich der Alkoholkonsum?

Der Alkoholismus

Alkoholsucht
Mal am Abend ein Glas Wein zu trinken ist nicht verwerflich, steht der Alkohol jedoch im Mittelpunkt des Lebens, liegt wahrscheinlich eine Sucht vor

Zunächst solltest Du erfahren, wie die Alkoholsucht definiert ist. In Deutschland ist das Trinken des Alkohols weitverbreitet. Mal am Wochenende zu feiern und dabei zu trinken oder bei einem schmackhaften Essen ein Glas Wein zu genießen wird noch nicht als Alkoholismus betrachtet.

Die Übergänge sind allerdings fließend und wer nicht aufpasst, wird schnell in gefährliche Bereiche abdriften, die als klares Suchtverhalten bezeichnet werden. Hierzu gehören die folgenden Faktoren.

Schaffst Du es nicht mehr Dein Trinkverhalten zu kontrollieren und schießt regelmäßig über ein gewisses Maß hinaus, ist dies ein klares Anzeichen einer Sucht. Die Kontrolle geht nach dem ersten Bier komplett verloren und es gelingt Dir nicht mehr aufzuhören.

Nicht nur die Menge ist ausschlaggebend, auch die Regelmäßigkeit des Trinkens. Kannst Du nur mit ein, zwei Bier am Abend abschalten und sind diese zu einem Ritual geworden, kann dies ebenfalls für eine Alkoholsucht sprechen. Insbesondere, wenn Du mal einen Abend probierst abstinent zu bleiben, aber ein gewisses Verlangen vorhanden ist.

Noch deutlicher sind die körperlichen Entzugssymptome. Verzichtest Du mal für einige Tage auf Alkohol und bemerkst eine deutliche Unruhe, welche sich vielleicht im Zittern äußert, ist dies ein klares Zeichen für das Vorliegen der Alkoholsucht.

Ebenso vorsichtig sollte die Alkoholtoleranz wahrgenommen werden. Wer viel verträgt, ist nicht unbedingt stärker oder härter im Nehmen, er hat einfach nur eine größere Toleranz aufgebaut. Wird immer mehr Alkohol benötigt, um die Wirkung zu spüren, kann ebenfalls von einer Alkoholsucht gesprochen werden.

Dies sind Anzeichen dafür, dass eine Suchterkrankung vorliegt. Es müssen nicht alle Punkte erfüllt sein, sondern es geht eher um das Verhältnis zum Alkohol. Ist dieser ein fester Bestandteil des Alltags geworden und geht es ohne nicht mehr, liegt mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Alkoholsucht vor.

Beschreibung der Persönlichkeit

Verändert der Alkohol auch die Persönlichkeit und was wird eigentlich unter der Persönlichkeit verstanden?

Hier muss klar gesagt werden, dass es keine einheitliche Definition gibt. Die wissenschaftlichen Beschreibungen der Psychologen weichen im Detail voneinander ab. Es wird lediglich gesagt, dass die Persönlichkeit die Summe aller Merkmale und Verhaltensweisen ist, die einen Menschen einzigartig macht. Zudem kann die Persönlichkeit sich im Laufe des Lebens verändern.

In der Psychologie besteht ein großes Streben danach die Persönlichkeit einzuordnen. Hierzu werden häufig 5 Charaktereigenschaften mit unterschiedlichen Ausprägungen beschrieben, die auch als „Big Five“ bezeichnet werden:

  • Neurotizismus: Wie angespannt bist Du?
  • Extraversion vs. Introversion: Bist Du eher schüchtern oder kommst aus Dir hinaus?
  • Offenheit für Erfahrungen: Wie groß ist die Abenteuerlust?
  • Verträglichkeit: Gilst Du als zuverlässig?
  • Gewissenhaftigkeit: Wie groß muss nach Deiner Vorstellung der Grad der Perfektion sein?

Wie verändert sich die Persönlichkeit unter Alkoholeinfluss?

Alkohol - Persönlichkeit
Alkohol enthemmt und hilft Ängste zu überwinden, allerdings steigt auch das Aggressionspotential

Wer mal zu viel Alkohol getrunken hat, wird die verändernden Eigenschaften gespürt haben. Die Reaktionsgeschwindigkeit ist verlangsamt und die Wahrnehmung verändert. Insgesamt wird eine niedrigere Reizschwelle wahrgenommen. Dies kann sowohl positiv, als auch negativ gesehen werden.

Schüchterne Menschen sind unter Alkoholeinfluss eher in der Lage aus sich hinauszugehen. Gleiches gilt auch für ängstliche Personen, die mit Hilfe des Alkohols Ängste überwinden.

Die Informationsübertragung verändert sich und damit auch das Urteilsvermögen. Hemmungen werden abgebaut und die Persönlichkeit verändert. Die Kontrolle geht gewissermaßen verloren und bestimmte Charaktereigenschaften kommen eher zum Vorschein.

Erhöhtes Aggressionspotential

Der übermäßige Alkoholkonsum ist vor allem durch das höhere Aggressionspotential gekennzeichnet. Bereits die kleinsten Auslöser können dazu führen, dass die Stimmung vom Fröhlichen in die Aggressivität umspringt und die Nerven mit der betroffenen Person durchgehen.

Betroffen sind hiervon vor allem Personen, die selber Erfahrungen mit Gewalt im Zusammenhang mit Alkohol machen mussten. Diese Erfahrungen führten dazu, dass Alkohol mit Aggression assoziiert wird. Im Umfeld mit vielen anderen alkoholisierten Personen entsteht schnell das Gefühl der Bedrohung und es besteht der Schutzmechanismus, sich verteidigen zu wollen. Daher kommen schnell Aggressionen zum Vorschein.

Langfristige Persönlichkeitsveränderungen

Mit dem Sinken des Promillewertes wird die Kontrolle über die eigene Persönlichkeit wieder erlangt. Die Gefühle werden nicht mehr so enthemmt ausgelebt und die eigentlichen Charaktereigenschaften treten wieder zum Vorschein.

Dies ist zumindest bei einer einmaligen zu feuchtfröhlichen Partynacht der Fall. Wird exzessiv Alkohol konsumiert, wird die Persönlichkeit durch den Einfluss der Sucht verändert. Dabei sind in erster Linie die beruflichen und sozialen Folgen zu betrachten.

Wer unter einer Alkoholsucht leidet, wird häufiger Schwierigkeiten im Berufsleben haben und möglicherweise seinen Job verlieren. Damit einher geht ein sozialer Verfall, welcher einen deutlichen Einfluss auf die Persönlichkeit nimmt. Soziale Kontakte werden weniger gepflegt und der Alkohol steht im Mittelpunkt des Lebens. Dies wird als Persönlichkeitsverfall bezeichnet.

Alkohol kann kurzfristig die Persönlichkeit verändern. Nach dem Ausnüchtern lässt die persönlichkeitsändernden Wirkung nach und die ursprüngliche Persönlichkeit kommt zum Vorschein. Im Laufe einer Alkoholsucht ist mit einer größeren Veränderung zu rechnen.

Alkohol als Ausrede

Gerne wird der Alkohol auch als Ausrede für die ein oder andere peinliche Situation oder Dummheit genommen. Wer unter Alkoholeinfluss stünde, wisse schließlich nicht, was er gerade mache und könne dafür kaum verantwortlich sein.

Ganz so einfach ist es aber nicht. Wie eine Studie herausfand verändert sich die Persönlichkeit unter Alkoholeinfluss nur maßgeblich hinsichtlich der Extraversion. Die weiteren vier Merkmale blieben weitestgehend unbeeinflusst. Demnach scheint der Einfluss des Alkohols auf die Persönlichkeit bei einer rauschenden Feier geringer zu sein als selber wahrgenommen wird.

Als Ergebnis stellte die Studie fest, dass Alkohol eher die Tendenz besitzt bereits vorhandene Persönlichkeitsmerkmale zu verstärken, aber keine völlig neue Person formt. Demnach könne nicht zugestimmt werden, dass man unter Alkoholeinfluss eine völlig neue Person wird.