Rückt die Prüfung immer näher und Du merkst, dass Du mal langsam anfangen sollst zu lernen? Oder möchtest Du auf der Arbeit noch ein wichtiges Projekt beenden und es fängt die „Crunsh-Time“ an?

Dann bist Du zwar motiviert und möchtest alles daran setzen, die Aufgaben zu erledigen. Doch irgendwann gibt der Geist nach und Du fühlst Dich einfach nur ausgelaugt. Ähnlich wie bei einem Sportler, dessen Muskeln ermüden, ist auf die Konzentrationsspanne einer maximalen Dauer unterlegen.

Wie lange kannst Du die Aufmerksamkeit aufrechterhalten und wie lange ist die gewöhnliche Konzentrationsspanne?

Was es bedeutet konzentriert zu sein

Konzentrationsspanne - Arbeit
Die Konzentrationsspanne gibt an, wie lange Du Dich auf eine Tätigkeit fokussieren kannst

Einen interessanten Film über eine lange Dauer verfolgen zu können, ist keine Kunst. Wenn Dir eine Serie gut gefällt, wirst Du wahrscheinlich mehrere Stunden am Stück vor dem Fernseher verbringen und dies nicht gerade als anstrengend wahrnehmen. Dies wird unter dem Begriff der Aufmerksamkeit beschrieben.

Anders sieht es jedoch aus, wenn es um die Konzentration geht. Hierbei geht es um eine konkrete Tätigkeit, die über eine gewisse Zeitdauer ausgeführt wird. Dies kann die Arbeit am PC sein oder das Lernen. Wer über eine hohe Konzentrationsspanne verfügt, kann sich einer Aufgabe über eine längere Dauer widmen und diese bewusst ausführen.

Damit ist klar, dass die Konzentration und die Aufmerksamkeit nicht gleichzusetzen sind. Unter der Aufmerksamkeit werden eher die Verarbeitung der Sinneseindrücke verstanden. Dies kann das Schauen eines Films sein oder das Beobachten des Straßenverkehrs. Das Ausführen der Tätigkeit, also das Fahren, erfordert hingegen eine hohe Konzentration.

Wie lange kannst Du pro Tag arbeiten?

In den letzten Jahren sind die Stimmen immer lauter geworden die sagen, dass eine produktive Arbeitstätigkeit am Tag nur für wenige Stunden möglich sei. Damit wird begründet, dass die 40-Stunden-Woche nicht der Natur des Menschen entspreche und wenig sinnvoll sei.

Forscher und Mediziner sind sich mittlerweile einig, dass die produktive Arbeitszeit pro Tag deutlich geringer ist. Selbst engagierte Mitarbeiter werden es nicht schaffen, die 8 Stunden durchzuarbeiten. Die Konzentrationsspanne liegt bei etwa 4 bis 6 Stunden am Tag. Dies beschreibt die Dauer, die ein Mensch in der Lage ist, gleichbleibend gute Resultate abzuliefern und die Tätigkeit auszuführen. Kann die Konzentration nicht mehr aufrechterhalten werden, nimmt die Qualität der Arbeit ab und es dauert länger, diese auszuführen.

Selbst mit längeren Pausen lässt sich die Konzentration kaum mehr steigern. Das Gehirn benötigt einen ausreichenden Schlaf, um die Informationen zu verarbeiten und sich von der anstrengenden Tätigkeit zu erholen. Ohne diese Erholung werden die Informationen nicht mehr sorgfältig aufgenommen und die Arbeitsleistung leidet.

Was passiert, wenn Du die Konzentrationsspanne ausreizt?

Fehler
Bist Du unkonzentriert, geschehen schneller Fehler und können Deine Arbeitsergebnisse zunichtemachen

Obwohl die höchste Konzentration nur über maximal 6 Stunden beibehalten werden kann, verlangen manche Vorgesetzte dennoch wesentlich längere Arbeitszeiten. Bis zu 12 Stunden sind in Ausnahmefällen erlaubt.

Die Auswirkungen sind jedoch gravierend und unmittelbar zu spüren. Wer zu lange arbeitet, wird merken, wie die Leistungsfähigkeit des Gehirns abnimmt. Die Tätigkeit wird nicht mehr mit der notwendigen Sorgfalt ausgeführt und Fehler schleichen sich ein.

Beim Autofahren bedeutet dies, dass mehr Unfälle passieren. Die Reaktionsfähigkeit nimmt ab und daher gibt es maximale Lenkzeiten, die ein Berufskraftfahrer am Steuer sitzen darf.

Das Überschreiten der Konzentrationsspanne führt darüber hinaus zu einem höheren Stress. Menschen erbringen nicht nur eine schlechtere Leistung, sondern das Wohlbefinden leidet. Wer zu viel arbeitet und die mentalen Leistungsgrenzen überschreitet, wird sich müde fühlen und gereizter auftreten. In der Folge kann ein typisches Burn-out auftreten und der Job ist in Gefahr. Somit hat sich die kurzfristige Überarbeitung mit Sicherheit nicht gelohnt.

Welche Arbeitszeiten sind optimal?

Nachdem Du nun weißt, wie lange die maximale Konzentrationsspanne ist, möchtest Du sicherlich erfahren, wie Du diese Erkenntnisse für Dich nutzen kannst. Hast Du die Möglichkeit Deine Zeit frei einzuteilen, solltest Du Deine Arbeitszeit reduzieren.

In der Praxis hat sich gezeigt, dass ein Arbeitstag bestehend aus 4 bis 6 Stunden zu einer höheren Produktivität geführt hat. Die Mitarbeiter konnten nicht nur mehr leisten, sie fühlten sich insgesamt zufriedener und waren zu einer höheren Leistung bereit. Die Qualität der Arbeit konnte gesteigert und alle Aufgaben erledigt werden. Damit zeigt sich, dass keine 8 Stunden Arbeit notwendig ist, um produktiv zu sein.

Dennoch sollte angemerkt sein, dass längere Arbeitstage auch mal eingelegt werden können. Bist Du motiviert und fühlst Dich ausgeruht, sind auch Arbeitstage von mehr als 8 Stunden förderlich und können zu einer höheren Produktivität führen. Dies sollte aber eher die Ausnahme, als den Normalzustand darstellen.

Bist Du etwa Student und bereitest Dich auf eine Prüfung vor, solltest Du den Lernplan lieber entzerren und auf maximal 6 Stunden am Tag beschränken. Vor der Prüfung sind auch mal längere Lerntage drin, aber diese sollten nicht zu einer Erschöpfung führen.

Wovon wird die Konzentrationsfähigkeit beeinflusst?

Schreibtisch - Konzentration
Schaffe eine angenehme Arbeitsumgebung, damit Du Dich besser konzentrieren kannst

Der Mensch ist keine Maschine und es gibt Tage, an denen fühlst Du Dich fit und könntest die gesamte Zeit mit der Arbeit verbringen und an anderen Tagen fühlst Du Dich schon nach 2 Stunden völlig ausgelaugt. Wovon hängen diese Schwankungen der Konzentrationsspannen ab?

Hier kommen mehrere Faktoren zum Tragen. Wesentlich ist vor allem die innere Einstellung zu der Tätigkeit. Bist Du unmotiviert und siehst den Sinn in dieser Aufgabe nicht, wirst Du schnell die Lust verlieren und die Konzentration sinkt. Dann solltest Du lernen, wie Du ein Motivationstief überwindest und dennoch eine zufriedenstellende Leistung ablieferst.

Ein anderer Faktor liegt in der Tatsache, ob die Tätigkeit Dir liegt. Hast Du Schwierigkeiten mit der Bewältigung, könntest Du nach einigen Misserfolgen ebenfalls die Lust daran verlieren und die Konzentration fällt ab.

Auch die allgemeine Stimmung wirkt sich auf die Konzentrationsspanne aus. Bist schlecht gelaunt, ist Dein Gehirn weniger leistungsfähig und Du wirst Dich schlechter konzentrieren können.

Nicht zu verachten sind äußere Faktoren. Die Umgebungslautstärke stellt einen wichtigen Einfluss dar. In einer ruhigen Umgebung lässt es sich besser lernen, als wenn Du permanent von Störgeräuschen aus der Ruhe gebracht wirst.

Andere Ablenkungsfaktoren sollten ebenfalls reduziert werden. Das Smartphone sollte nicht griffbereit auf dem Schreibtisch verbleiben, sondern ausgeschaltet etwas entfernt liegen. Dann besteht erst gar nicht die Versuchung auf das Display zu schauen und die Konzentration wird nicht gestört.

Wie hoch ist die Konzentrationsspanne bei Kindern und Erwachsenen?

Kinder befinden sich noch in einer frühen Phase des Lebens und die Welt ist gespickt von interessanten Dingen, die sie erkunden möchten. Erfahrungsgemäß fällt es ihnen schwerer, sich auf eine Sache zu konzentrieren und in zügiger Reihenfolge werden etwa die Spielsachen getauscht.

Dies ist nichts Außergewöhnliches, denn die Konzentrationsspanne von Kindern ist wesentlich kürzer, als bei Erwachsenen. Die maximale Konzentrationsdauer hängt bei Kindern vom Alter ab. Je älter, desto länger können sie sich konzentrieren, wobei folgender Verlauf angenommen wird:

  • Kinder 4 bis 5 Jahre: ca. 10 Minuten
  • Kinder 5 bis 7 Jahre: ca. 15 Minuten
  • Kinder 7 bis 10 Jahre: ca. 20 Minuten
  • Kinder 10 bis 12 Jahre: ca. 25 Minuten
  • Kinder 12 bis 16 Jahre: ca. 30 Minuten

Dies stellen grobe Richtwerte dar und die Konzentrationsfähigkeit ist höchst individuell. Es zeigt sich aber, dass Kinder, die sich besser konzentrieren können, in der Schule erfolgreicher sind. Daher ist es sinnvoll, Kinder in dieser Fähigkeit zu fördern und eine ruhige Lernumgebung zu schaffen.

Schwierig wird es hingegen, wenn das Kind unter ADHS leidet. Dann liegt ein Mangel an Botenstoffen vor, welcher die Verbindung der einzelnen Nervenzellen beeinträchtigt. Es fällt ihnen schwerer die Konzentration aufrechtzuerhalten und die Leistungsfähigkeit sinkt schneller.

Mit Belohnungen und motivierenden Aufgaben lässt sich die Konzentration auf natürliche Weise verbessern. Wenig förderlich sind hingegen ein höherer Leistungsdruck oder gar Bestrafungen. Diese lösen nur Stress aus und verbessern die Arbeitsleistung nicht.

Die maximale Konzentrationsspanne liegt bei Erwachsenen bei etwa 90 Minuten. Danach ist eine kleine Pause notwendig, um dem Gehirn etwas Raum zu geben, um die Informationen zu verarbeiten. Dennoch sind auch nach 6 Stunden diese Reserven weitestgehend aufgebraucht und lassen sich nicht mehr mit Pausen auffüllen.

Nutze diese Erkenntnisse, um produktiver zu arbeiten oder zu lernen. Widme Dich diesen Tätigkeiten lieber einem geringeren Zeitraum am Tag und sei dafür produktiver. Indem Du dies verinnerlichst und Deine Konzentration verbesserst, wirst Du eine bessere Leistung abliefern und weniger dem Stress ausgeliefert sein.

Vielleicht überzeugst Du mit dieser Argumentation ja Deinen Vorgesetzten?