Hast Du Dir vorgenommen mehr für das Studium zu lernen, Dich mehr dem Job zu widmen oder möchtest Du ein neues Musikinstrument erlernen? Dann wirst Du in der Anfangszeit von einer hohen Motivation geleitet sein. Es wird Dir leicht fallen, Dich diesen Tätigkeiten zu widmen und die Fortschritte sind deutlich erkennbar.

Doch mit der Zeit wird der innere Antrieb immer weniger. Das Studium lässt Du schleifen und das Fitnessstudio wird auch nicht mehr so oft besucht, wie Du es Dir eigentlich vorgenommen hast. Ursache dafür könnte ein Mangel an intrinsischer Motivation sein.

Wie hilft Dir die intrinsische Motivation Dich anzutreiben und Deine Ziele zu verwirklichen? Erfahre alles über diese bedeutsame Motivationsart in diesem Ratgeber.

Was ist die intrinsische Motivation?

Intrinsische Motivation - Von Innen
Die intrinsische Motivation wird von „Innen“ entfacht

Die intrinsische Motivation wird als ein Antrieb beschrieben, welcher von Innen heraus geschieht. Intrinsisch stammt aus dem Latein und bedeutet so viel wie „hineinwärts“ oder „inwendig“. Es sind keine äußeren Reize notwendig, um Dich zu einer Tätigkeit zu bewegen. Mit Deiner Leidenschaft motivierst Du Dich selber dazu, bestimmte Dinge auszuführen.

Der Einfluss der intrinsischen Motivation auf das Verwirklichen von Zielen ist immens. Indem das Studium Deiner Leidenschaft entspricht und die Inhalte interessant sind, wirst Du von selber bereit sein mehr zu lernen. Du wirst Dich mit Freude dem Studium widmen und das Lernen nicht als Stress empfinden.

Auch im Beruf hilft die intrinsische Motivation, von der hohen Belastung hinwegzusehen. Bereitet die Tätigkeit Dir Freude, wird die Zeit viel schneller vergehen und Du wirst nicht gelangweilt alle fünf Minuten auf die Uhr schauen, um dem Feierabend entgegenzusehen.

Die Qualität Deiner Leistung steigt und Du wirst eher motiviert sein, die Tätigkeiten auszuführen. Es zeigt sich sogar, dass ein hohes Maß an intrinsischer Motivation mit einer gesteigerten Kreativität einhergeht. Du wirst schneller lernen und in eine positivere Stimmung versetzt. Die Laune steigt und damit nutzt Du das maximale Potenzial Deiner Gedächtnisfähigkeiten.

Wie sieht die intrinsische Motivation aus?

Im Alltag kann sich diese Motivation in unterschiedlichen Weisen bemerkbar machen. Bist Du etwa in einem Beruf gefangen, der Dir keine Freude bereitet, wird die Zeit nur langsam vergehen und Du wirst Dich schlecht dabei fühlen. Jeden Morgen stehst Du mit einer schlechten Laune auf und kannst es kaum abwarten, bis das Wochenende ruft oder Du in den Urlaub gehen kannst.

Anders sieht es hingegen aus, wenn Du den Schritt in die Selbstständigkeit wagst. Findest Du Dich nicht mit der Unzufriedenheit im Job ab, sondern gehst Deinen eigenen Weg, wird dieser zunächst mit viel größeren Herausforderungen gespickt sein. Du musst viel mehr Verantwortung übernehmen und das Einkommen ist auf keinen Fall gesichert.

In der Anfangszeit ist es keine Seltenheit, dass Du gar 60 Stunden in der Woche arbeiten musst, um die ersten Früchte der Selbstständigkeit ernten zu können. Dank der intrinsischen Motivation wird diese harte Arbeit aber weniger als Belastung wahrgenommen. Es bereitet Dir Freude, Dich endlich den Dingen widmen zu können, die Dir liegen und Deiner persönlichen Leidenschaft entsprechen. Du kannst es morgens gar nicht mehr abwarten mit der Arbeit zu beginnen und bist gerne bereit, auch mal länger zu arbeiten.

Damit zeigt sich an diesem Praxisbeispiel, wie einflussreich die intrinsische Motivation ist. Sie stellt die Energie bereit, die Du benötigst, um die größeren Herausforderungen anzugehen und Deine Ziele zu verwirklichen.

Es ist daher nicht weit hergeholt, dass die intrinsische Motivation mit einer Art innerem Feuer verglichen wird. Bist Du von dieser Motivation erfüllt, wirst Du förmlich „brennen“ und Deine Leidenschaft ausleben.

Abgrenzung zur extrinsischen Motivation

Extrinsische Motivation - Gehalt
Bei der extrinsischen Motivation stellen externe Faktoren den Antrieb dar, wie z.B. das Gehalt

Dennoch sollte kurz eine Abgrenzung zur extrinsischen Motivation erfolgen. Denn Du solltest ein Verständnis dafür entwickeln, worin eigentlich die Unterschiede dieser beiden Formen der Motivation bestehen.

Bei der extrinsischen Motivation wird der Antrieb aufgrund äußerer Faktoren ausgelöst. Im Angestelltenverhältnis ist dies in erster Linie das Gehalt. Ohne Gehalt würdest Du wohl kaum die schwere Arbeit auf Dich nehmen und für Deinen Arbeitgeber tätig sein.

Dass Du eine bestmögliche Leistung ablieferst und Fehler vermeidest, könnte auch einer Angst geschuldet sein. Du möchtest den Job weiterhin ausüben und keine Kündigung erhalten. Die Angst den Job zu verlieren ist daher ebenfalls eine Form der extrinsischen Motivation.

Ein Studium abzuschließen, geschieht nicht nur aus einem inneren Antrieb heraus. Externe Faktoren wie der Status und die Anerkennung innerhalb der Gesellschaft können auch dazu beitragen, dass Du Dich dem Studium widmest. Deine Eltern und deren Vorstellungen können ebenso die Wahl des Studienganges beeinflussen und nicht nur exklusiv auf dem eigenen Interesse beruhen.

In Abgrenzung zu den äußeren Faktoren gibt es in Anlehnung an Maslow einige innere Faktoren, die zur intrinsischen Motivation beitragen. Dies sind Bedürfnisse, die Menschen erfüllen wollen, um zufrieden zu sein und ein glückliches Leben zu führen.

Als wesentliche Bedürfnisse gelten die Kompetenz und Autonomie. Wohl kaum jemand ist gerne fremdgesteuert, sondern möchte lieber seinen eigenen Interessen folgen. Kinder lernen, weil sie von einer Neugier getrieben werden und diese gerne ausleben. Sie benötigen keinen äußeren Anschub, sondern besitzen dieses innere Bedürfnis ganz natürlich.

Externe Motivation beruht in der Regel auf eine Form der Belohnung. Das Gehalt ist etwa eine Belohnung dafür, dass eine Arbeitstätigkeit ausgeführt wird.

Bei der intrinsischen Motivation ist solch eine externe Belohnung nicht notwendig. Es ist bereits erfüllend genug, dass die Tätigkeit Freude bereitet. Sie führt zu einer höheren Zufriedenheit und gilt daher schon als ausreichender Antrieb.

Ist die intrinsische Motivation mächtiger als die extrinsische?

Aus den Gegensätzen dieser beiden Ausprägungen der Motivation könnte der Eindruck entstehen, dass es sich um Gegenspieler handelt, die sich ausschließen. Doch zu denken, dass ausschließlich die intrinsische oder extrinsische Motivation bei einer bestimmten Handlung vorliegt, ist etwas zu kurz gedacht. Oftmals liegt eine Kombination beider Motivationen vor und eine klare Abgrenzung ist selten erkennbar.

Im Berufsleben lässt sich dies gut veranschaulichen. Zwar wird das Gehalt als extrinsischer Faktor bezeichnet, dennoch entscheiden sich die meisten Menschen auch für einen Beruf, der dem persönlichen Interesse entspricht. Wer komplett seine eigene Leidenschaft ignoriert und es nur auf ein hohes Einkommen abzielt, wird meist im Laufe des Berufslebens ausbrennen. Die Gesundheit leidet und die Zufriedenheit wird wahrscheinlich nicht von diesem Karriereweg profitieren.

Daher liegt bei Arbeitnehmern eine Kombination aus der extrinsischen und intrinsischen Motivation vor, um die Arbeitstätigkeit auszuführen. Die Entlohnung ist der Antrieb, um jeden Tag diszipliniert aufzustehen und die intrinsische Motivation sorgt dafür, dass die Arbeit mit Freude ausgeführt wird.

Zu sagen, dass die intrinsische Motivation generell bedeutsamer sei, ist jedoch schwierig. Es wird gerne gesagt, dass die extrinsische Motivation nur einen kurzzeitigen Antrieb darstellen würde und langfristig die intrinsische Motivation wichtiger sei.

Diese Annahme scheint jedoch überholt. Wichtig ist, dass die extrinsische Motivation an Kriterien gekoppelt ist. Das Gehalt sollte mit Leistungskriterien verbunden sein, um dauerhaft zu einer höheren Motivation zu führen. Wer hingegen ein festes Gehalt ohne variable Komponente erhält und die eigene Leistung praktisch keinen Einfluss auf die Karriere nimmt, wird kaum eine Motivation verspüren. Sowohl die extrinsische als auch die intrinsische Motivation werden abnehmen.

Voraussetzung

Für Unternehmen sollte das Ziel darin bestehen, dass die Mitarbeiter sowohl extrinsisch als auch intrinsisch motiviert sind. Dann werden Sie langfristig die höchsten Leistungen abliefern.

Praktisch bedeutet dies, dass Mitarbeiter in Ihrem Arbeitsalltag eine gewisse Autonomie erhalten sollten. Sie sollten eigene Entscheidungen treffen und Ihren Tätigkeit selber gestalten dürfen.

Die Mitarbeiter sollten zudem darin bestärkt werden, sich innerhalb des Unternehmens selbstzuverwirklichen. Indem diese Freiheiten eingeräumt werden, wird eine höhere Zufriedenheit erreicht und die Mitarbeiter werden viel motivierter die Tätigkeit ausüben.

Studierst Du, ist vor allem die Wahl des Studienganges von hoher Bedeutung. Gehe ganz tief in Dich und entscheide Dich für ein Studium, welches mit Deinen persönlichen Interessen übereinstimmt. Finanzielle Aspekte können zwar auch eine Rolle spielen, sollten aber nicht im Vordergrund stehen.

Die intrinsische Motivation fördern

Möchtest Du Dich dazu bewegen eine Tätigkeit öfter auszuführen, doch Du kannst einfach Deinen inneren Schweinehund nicht überwinden? Dann erhältst Du nun 5 Tipps, mit denen Du die intrinsische Motivation förderst und mehr Leidenschaft erhältst.

Bessere Stimmung

Deine Laune beeinflusst maßgeblich wie hoch Dein Energielevel ist. Bist Du eher schlecht gestimmt oder in einer depressiven Phase, wirst Du Dich kaum aufraffen können etwas zu tun. Du würdest am liebsten den gesamten Tag im Bett bleiben und Dich vielleicht mit Fernsehserien ablenken wollen.

Damit Du Dich dennoch dazu bewegst den Haushalt zu führen oder in das Fitnessstudio zu gehen, solltest Du Dich in eine bessere Stimmung versetzen. Die Stimmung kannst Du ganz bewusst beeinflussen. Anstatt Dich traurigen Medien auszusetzen, höre Dir lieber aufmunternde und motivierende Musik an.

Der Neugier aussetzen

Menschen sind von Grund auf neugierig. Die Welt hat so viel zu bieten und es gibt unendliche viele Dinge zu entdecken. Anstatt Dich immer nur auf dem gewohnten Terrain zu befinden, könntest Du Deine Neugier ins Spiel bringen, um das „Unangenehme“ mit dem Neuen zu verbinden.

Fällt der Weg zur Arbeit Dir besonders schwer, dann nimm doch eine neue Route und schaue, was es dabei zu entdecken gibt. Im Fitnessstudio könntest Du neue Übungen ausprobieren, an die Du Dich bisher nicht herangewagt hast. Oder wie wäre es gleich mit einer neuen Sportart?

Es gibt wahrscheinlich einige Dinge, die Du noch ausprobieren wolltest. Nun ist die Zeit gekommen, dieser Neugier zu folgen und Deine intrinsische Motivation zu entfachen.

Aufgaben unterteilen

Bist Du gerade dabei ein neues Instrument zu lernen und Du hast Dir vorgenommen ein bestimmtes Musikstück zu spielen?

Zu Beginn wird dies Dich wahrscheinlich noch komplett überfordern. Du wirst kaum Fortschritte erkennen und es könnte Dir schwerfallen zu erkennen, wann Du nun endlich dieses Stück spielen können wirst.

Anstatt jedoch alles direkt perfekt beherrschen zu wollen, unterteile das Musikstück in sinnvolle Abschnitte. Gehe Takt für Takt vor und lerne in kleinen Schritten. Dann wirst Du eher Erfolge sehen und die Lust am Lernen steigt.

Den Sinn entdecken

Nicht immer werden Aufgaben im Beruf auf Dich zukommen, die für Dich interessant sind. Du wirst sie als langweilig ansehen und gar nicht verstehen, weshalb diese Aufgabe nun ausgeführt werden muss. Dies ist vor allem bei sehr simplen und wiederkehren Tätigkeiten der Fall, die einfach nur langweilig wirken.

Doch selbst in diesen einfachen Aufgaben kannst Du einen höheren Sinn für Dich entdecken. Indem Du selbst eine simple Tätigkeit für eine längere Zeit ausführst, wirst Du Dir beweisen, wie selbstdiszipliniert Du bist.

Hilfreich ist es auch, das Große und Ganze zu erkennen. Gerade, wenn Du beruflich in einem Großkonzern unterwegs bist, kann die Sinnhaftigkeit Deiner Tätigkeit abhandenkommen. Du könntest Dich unbedeutend fühlen und den Eindruck erhalten, dass Deine Arbeit wenig sinnvoll ist. Doch jede Aufgabe die Du ausführst und jedes Problem, welches Du löst, wird in einem Punkt hilfreich sein und einen Sinn ergeben.

Positive Emotionen

Die Stimmung ist ein wichtiger Antreiber und die Emotionen sind ein wesentlicher Bestandteil. Der Mensch ist getrieben von seinen Gefühlen und diese gelten als wichtige innere Kraft.

Um die intrinsische Motivation zu steigern, kannst Du Deine positiven Emotionen wecken. Für einfache Tätigkeiten im Haushalt, wie dem Geschirr abspülen könnte dies etwa bedeuten, dass Du dankbar dafür bist, Essen auf dem Tisch zu haben und dieses zu genießen.

Gehst Du schwierige Arbeiten an, hilft Eigenlob dabei, am Ball zu bleiben. Lobe Dich doch mal dafür, dass Du gerade probierst Dein Wissen zu erweitern und neue Dinge zu lernen.

Mit diesen positiven Gefühlen wird es ein Leichtes für Dich sein, Dich den eher unangenehmen Aufgaben zu widmen.

Sieh die intrinsische Motivation als wichtigen Antreiber an, um Deine persönlichen Ziele zu verwirklichen. Finde heraus, was Deine inneren Leidenschaften sind und lebe Dein Leben so, dass Deine Persönlichkeit sich auch im Berufsleben entfalten kann. Dann wirst Du auf natürliche Weise von der intrinsischen Motivation begleitet und ein zufriedeneres Leben führen.