Die Haare gelten als Schönheitsideal. Sie sollen in voller Pracht erstrahlen und ein Symbol der Stärke und Jugend sein. Graue Haare oder ein lichter werdender Kopf werden hingegen als Makel wahrgenommen. Bei Frauen noch mehr als bei Männern.

Gerade graue Haare werden als Zeichen des Alters empfunden. Dabei können sie auch schon in relativ jungen Jahren auftreten. Doch ist der Stress ein Auslöser dafür, dass die Haare ergrauen?

In diesem Ratgeber findest Du heraus, wie sich zu viel Stress auf Deine Haare auswirkt.

Deshalb ergrauen die Haare

Haare erscheinen in unterschiedlichen Farben. Ob blond, braun oder rot, sie besitzen einen wesentlichen Einfluss darauf, wie ein Mensch wahrgenommen wird. In jungen Jahren scheint die natürliche Haarfarbe noch kräftig und gilt als Symbol guter Gesundheit. Mit den Jahren ist es jedoch normal, dass die Haare zunehmend verblassen. Im gehobenen Alter erscheinen sie grau oder weiß und sind ein klares Zeichen dafür, dass die Jugendzeiten vorbei sind. Doch weshalb verfärben sich die Haare eigentlich?

Die meisten Menschen sind von grauen Haare ab dem 50. Lebensjahr betroffen. Ab diesem Alter sind zunehmend graue Strähnen vorhanden und die Haarpracht verliert die natürliche Farbe. In Einzelfällen können sich verfärbte Haare aber wesentlich früher bilden. Schon mit 30 Jahren zeigen sich bei manchen Personen die ersten grauen Haare.

Graue Haare müssen kein Zeichen von Erkrankungen sein. Sie können selbst bei gesunden Menschen auftreten. Verantwortlich sind hierfür die Melanozyten, welche sich an der Haarwurzel befinden. Sie sind für die Produktion des Melanins zuständig. Das Melanin lagert sich in die Hornschicht des Haares ab und verleiht diesem seine ganz eigene Farbe.

Mit dem Alter werden diese Zellen immer inaktiver. Sie bilden weniger Melanin und sterben sogar völlig ab. Die neu nachwachsenden Haare erhalten kein Melanin mehr und erscheinen aufgrund der Luftbläschen, die sich nun im Haar befinden, weiß.

Die Haare wachsen individuell und es ist nicht vorhersehbar, wann die ersten farbgebenden Zellen absterben. Daher kann es vorkommen, dass zwar einzelne graue Haare schon im jüngeren Alter auftreten, sich diese Entwicklung aber nicht fortsetzt.

Wann die ersten graue Haare einsetzen ist genetisch bedingt. Die meisten Menschen sind zwar erst ab dem 50. Lebensjahr von dem grauen Haar betroffen, doch in Ausnahmefällen können graue Haare auch schon ab 30 Jahren eintreten. Es gibt sogar Fälle, in denen graue Haare ab 20 Jahren auftreten. Dies wird als „Canities praecox“ bezeichnet, dem vorzeitigem Ergrauen.

Das graue Haar muss hierbei nicht auf eine Erkrankung hinweisen. Es können vollkommen gesunde Personen davon betroffen sein.

Einfluss von Stress auf die Haare

Doch wie sieht es aus, wenn Du dauerhaft unter Stress stehst? Wirkt sich dies negativ auf Deine Haare aus und erscheinen diese weniger gesund?

Stress besitzt eine Reihe von Auswirkungen auf unseren Körper. Er schwächt das Immunsystem, kann deshalb die Ausbrüche von Herpes begünstigen und zu Hautausschlag führen. Selbst das Nasenbluten kann auf den Stress zurückzuführen sein.

Der Stress geht auch an den Haaren nicht spurlos vorüber. Die Haare sind sehr empfindlich und Ausdruck des Wohlbefindens und der körperlichen Gesundheit. Stehst Du dauerhaft unter Stress, wird das Hormon Cortisol produziert. Dies besitzt eine Reihe von negativen Auswirkungen auf die Haare.

Das Cortisol führt zu Entzündungsreaktionen an der Haarwurzel. Damit ist das Wachstum gestört und in extremen Fällen kann dies zu einem Haarausfall führen. Nach und nach dünnen sich die Haare aus und dies zeichnet sich meist als kreisrunder Haarausfall ab.

Zudem werden unter Stress die Haare schlechter mit Nährstoffen versorgt. Sie erscheinen brüchig und weniger kraftvoll. Damit besitzt der Stress einen direkten Einfluss auf das Erscheinungsbild der Haare.

Weshalb sich die Haare unter Stress verfärben

Die Frage, ob Haare sich unter Stress grau verfärben ist eindeutig zu bejahen. Die Ursache dafür ist jedoch nicht im Stresshormon Cortisol zu finden. Dieses führt zwar zu einem Haarausfall, besitzt aber kaum einen Einfluss auf die Verfärbung.

Hier sind andere Mechanismen am Wirken. Denn der Stress führt nicht nur zu einer Ausschüttung des Cortisols, sondern auch des Noradrenalins. Das Noradrenalin führt zu einer höheren Aktivierung des Stoffwechsels. Es wird mehr Energie zur Verfügung gestellt und der Körper befindet sich auf einem höheren Aktivierungslevel. Dies ist wichtig, denn ursprünglich war der Stress ein Mechanismus, um besser mit Gefahrensituationen umzugehen.

Präsentation - Stress
Stress im Beruf führt zu einer höheren Aktivierung des Stoffwechsels der Haare und damit verbraucht sich die Anzahl der farbgebenden Stammzellen schneller

Heutzutage tritt der Stress aber selbst dann auf, wenn es nicht um Leben und Tod geht. Dies kann eine bevorstehende Prüfung sein oder im Zusammenhang mit zu hohen Anforderungen im Job stehen. Dann schüttet der Körper das Noradrenalin aus und bewirkt eine höhere Aktivierung des Nervensystems.

Was eigentlich nützlich ist, besitzt zahlreiche Nebenwirkungen. Eine davon ist, dass auch die Melanozyten wesentlich aktiver sind. Die Anzahl an Stammzellen an den Haarwurzeln ist begrenzt und dieser Vorrat hält normalerweise bis ins höhere Alter. Unter dem Einfluss des Noradrenalins arbeiten diese aber auf Hochtour und werden schneller und in höhere Zahl zu pigmentproduzierenden Zellen umgewandelt.

Das Haar ergraut früher und dieser Prozess ist im Gegensatz zum Haarausfall nicht umkehrbar. Beim Haarausfall besteht immerhin der Vorteil, dass die Entzündungsprozesse reduziert werden und sich das Haar regeneriert. Sind die Stammzellen aber unter dem Einfluss des Stresses aufgebraucht, können diese nicht wiederhergestellt werden. Damit müssen die betroffenen Personen mit dem grauen Haar leben.

Möglichkeiten, den Stress zu lindern

Sind Deine Haare bereits vollständig ergraut, gibt es leider keinen Weg mehr zurück. Falls Du aber nur die ersten Anzeichen bemerkst, solltest Du daran arbeiten den Stress zu reduzieren. Dies wirkt sich nicht nur positiv auf die Farbe in den Haaren aus, sondern verbessert Deine Gesundheit insgesamt.

Eine Möglichkeit besteht in der Reduzierung des Stress. Finde heraus, welche Faktoren für den Stress verantwortlich sind. Häufig sind dies die Arbeit oder das Studium, welche zum Stress beitragen. Lerne, dass Du am Arbeitsplatz nicht alle Aufgaben erledigen musst. Es ist durchaus erlaubt auch mal „Nein“ zu sagen und den Stress im Büro zu vermeiden. Während des Studiums ist es zudem wichtig eine gewisse Struktur beizubehalten. Schreibe die Hausarbeit nicht erst in den letzten drei Tagen, sondern verteile die Arbeit gleichmäßig. Dadurch wirst Du insgesamt weniger Druck verspüren und den Stress lindern.

Auf der anderen Seite solltest Du daran arbeiten, besser mit dem Stress umzugehen. Ist die Stressbelastung gerade hoch, dann finde Wege, um diese zu bewältigen. Sport oder Meditation stellen einen guten Ausgleich zum stresserfüllten Alltag dar. Nimm Dir die Zeit und schalte etwas ab, um dem Stress zu begegnen.

Indem Du auf Deinen Körper hörst und auf Dein Stresslevel achtest, werden nicht mehr so viele graue Haare auftreten und Du wirst länger jugendlich wirken. Und selbst, wenn Du mal graue Haare entdecken solltest, ist dies noch kein Grund zur Sorge. Gerade bei Männern werden diese mit positiven Eigenschaften wie Weisheit und Erfahrung verbunden. Dies kann durchaus vorteilhaft sein, wenn Du zum Beispiel als Führungskraft arbeitest und diese Charaktereigenschaften nützlich sind.