Möchtest Du Geld unkompliziert versenden und ist eine Überweisung nicht möglich, könnte die Idee naheliegen, das Bargeld doch einfach per Post zu verschicken. Im Brief sollte das Geld sicher sein und zuverlässig beim Empfänger ankommen.

Welche Hürden gibt es beim Versenden des Geldes und ist dies überhaupt zulässig?

Ist Bargeld im Paket verschicken erlaubt?

Paket - Bargeld
In einem Paket darf das Bargeld nicht in das Ausland versendet werden

Um eine größere Summe Geld zu versenden, könnte ein einzelner Brief nicht immer ausreichen. Ein Paket scheint daher wie geschaffen, um auch Münzen oder ganze Bündel an Bargeld zu versenden.

Logistikfirmen dürfen jedoch nicht alle Inhalte eines Paketes befördern. Es gibt eine Liste an verbotenen Gegenständen, die nicht angenommen werden dürfen, wenn das Paket in das Ausland transportiert werden soll. Zu den Gegenständen zählen etwa Waffen, wie auch Tabakwaren oder eben Geldsendungen. Durch das Beförderungsverbot soll verhindert werden, dass etwa Steuerbestimmungen umgangen oder andere Gesetze missachtet werden.

Auszugsweise sind diese Gegenstände vom Beförderungsverbot betroffen:

  • Schusswaffen
  • Sprengstoffe
  • Benzin
  • Tabakwaren
  • Lebende Tiere
  • Lottoscheine
  • Geld

Beim Geldversand ist nicht nur das Bargeld aufgeführt. Auch Juwelen, Edelsteine oder Edelmetalle dürfen nicht per Paket in das Ausland versandt werden. Wird der Inhalt nicht korrekt deklariert und der Versanddienstleister stellt fest, dass die Gegenstände dem Beförderungsverbot unterliegen, wird die Sendung entweder abgelehnt, konfisziert oder direkt zerstört.

Für den Versand in das Ausland ist das Versenden eines Paketes mit Geld also keine Alternative. Im schlimmsten Fall wird das Paket zerstört und der Wert geht verloren.

Geld per Post verschicken

Brief - Bargeld
Bis zu 100 Euro sind im „Brief National“ der Deutschen Post versichert

Im Paket darf das Geld also nicht versandt werden. Von der Deutschen Post wurden jedoch andere Möglichkeiten geschaffen, um Bargeld per Post zu befördern.

Hierzu wurden im Jahre 2014 die Briefe „Wert National“ und „Wert International“ eingeführt. Der Vorteil beim Brief „Wert National“ ist, dass das Bargeld bis zu einem Wert von 100 Euro versichert ist. Sachwerte sind sogar bis zu einem Wert von 500 Euro versichert. Diese Versicherung wird allerdings teuer bezahlt. Rund 4,30 Euro müssen zusätzlich für diesen Briefversand aufgebracht werden, damit der Inhalt versichert ist.

Vorteilhaft ist neben der Versicherung auch die größere Sicherheit. Der Standort des Briefes kann über die Sendungsverfolgung ermittelt werden und eine Empfangsbestätigung gibt an, ob der Brief ordnungsgemäß versandt wurde.

Vorsicht ist jedoch geboten, wenn die versicherten Beträge überschritten wurden. Wurde etwa ein Wertgegenstand per Post verschickt der mehr als 500 Euro Wert ist, erlischt die komplette Haftung. Es wird also nicht einmal der Betrag bis zu 500 Euro versichert. Daher sollten höherwertige Sachwerte nicht mit solch einem Brief verschickt werden.

Die Briefart „Wert National“ eignet sich zum Beispiel, falls eine kleinere Summe zum Geburtstag oder Weihnachten verschickt wird. Auch kleinere Geschäfte können auf diese Weise abgewickelt werden. Smartphones oder Schmuckstücke sind mit diesem Brief versichert, insofern sie einen Wert von 500 Euro nicht überschreiten.

Damit ist es durchaus möglich Bargeld per Post zu verschicken. Es ist allerdings mit erheblichen Kosten verbunden.

Alternativen

Nur in den seltensten Fällen ist es eine gute Idee das Bargeld per Post zu verschicken. Es gibt eine Reihe von Alternativen, die wesentlich günstiger und sicher sind.

Finanzdienstleister

Um Geld in das Ausland zu überweisen, kannst Du entweder den europäischen Standard der SEPA-Überweisung nutzen oder bei nicht-EU Transfers einen Dienstleister nutzen. Als kostengünstiger und zuverlässiger Finanzdienstleister überzeugt Transferwise mit einer sicheren Abwicklung der Geldsendungen.

Zum Versand sind nicht einmal die Kontodaten des Empfängers notwendig. Hat der Versender den Transfer angeregt, erhält der Empfänger eine E-Mail und gibt daraufhin seine Kontodaten an. Dadurch werden keine privaten Daten veröffentlicht und eine höhere Sicherheit gewährleistet. Zudem ist der Versand günstiger als es bei einer gewöhnlichen Überweisung der Fall wäre.

Kurierdienste

Willst Du Sachwerte in das Ausland versenden, gibt es Kurierdienste, die sich auf höherwertige Vermögensgegenstände spezialisiert haben. Ab einem Wert von 5.000 Euro sollte auf diese Anbieter zurückgegriffen werden, da der gewöhnliche Versand über die Deutsche Post nicht über diesen Betrag hinaus versichert ist.

Ein Dienstleister für solch einen Versand ist INTEX. Dieser bietet die Abholung des Gegenstandes an und bietet eine Haftungsgrenze von max. 10.000 Euro für den Versand in das Ausland. Damit kann teurer Schmuck zuverlässig und sicher international transportiert werden. Du musst jedoch beachten, dass unter Umständen noch Zollgebühren anfallen können.

Fazit

Bargeld per Post zu verschicken ist bis zu einer Höhe von 100 Euro möglich. Möchtest Du zum Geburtstag oder Weihnachten Geld versenden, bietet die Deutsche Post den „Wert National“ Brief an. Du musst aber beachten, dass dieser mit hohen Portokosten zu Buche schlägt. Immerhin – Sachgegenstände sind bis zu einem Wert von 500 Euro versichert.

Mittlerweile gibt es günstigere Möglichkeiten, um Geld oder Schmuck international zu versenden. Vielleicht sind die hier angebotenen Alternativen besser für Dich geeignet?