Stehst Du gerade im Stau und könntest nur noch fluchen, weil nichts vorangeht? Verspätet sich Dein Paket um einen Tag und Du möchtest Deinem Ärger freien Lauf lassen?

Dann fällt es Dir wahrscheinlich schwer geduldig zu sein. Du möchtest, dass alles sofort passiert und bist nicht bereit dafür zu warten. Doch Verzögerungen sind im Leben vollkommen normal. Es geschieht nicht immer alles ganz genau nach Zeitplan und Änderungen gehören dazu.

Damit Du besser mit diesen Verzögerungen und langen Wartezeiten zurechtkommst, solltest Du Geduld beweisen. Dies ist eine Tugend, um gelassener zu reagieren und das eigene Glück nicht davon abhängig zu machen.

Erfahre, wie Du die Geduld erlernst und weshalb diese Fähigkeit förderlich für Dein Leben ist.

Was bedeutet es geduldig zu sein?

Geduld beschreibt, wie gut Du warten kannst. Damit verbunden ist, dass Du nicht sofort eine Belohnung benötigst, sondern in der Lage bist dieses Gefühl aufzuschieben und hinten anzustellen.

Kinder sind häufiger impulsiv. Sie wissen noch nicht, was es bedeutet geduldig zu sein. Alles soll am besten gleich passieren und warten stellt eine hohe Belastung dar. Diese Belastung wird mit Aggressionen und Stress ausgedrückt. Der Schokoriegel soll am liebsten sofort verzehrt werden. Wer möchte schon mit dem Nachtisch warten, wenn dieser bereits vor einem steht?

Doch die Kunst der Geduld ist in vielen Lebenslagen von Vorteil. Im Alltag ist es völlig normal, dass ab und an die Geduld gefragt ist. Es könnte ein Bus oder Zug ausfallen und Du musst eine längere Wartezeit in Kauf nehmen. Bist Du ungeduldig, wird dies Deine Laune für den Rest des Tages vermiesen. Übst Du Dich hingegen in der Geduld, wirst Du diese Zeit für Dich so gut es geht nutzen. Sicherlich ist es nicht angenehm warten zu müssen, aber Du wirst Dich von dieser Wartezeit nicht gleich aus der Bahn werfen lassen.

Geduld Gitarre lernen
Für das Erlernen eines Musikinstrumentes ist jede Menge Geduld gefordert

Geduld kann aber noch mit einigen anderen Aspekten verbunden sein. Etwa, wenn Du Dich einem Hobby widmest. Erlernst Du ein Musikinstrument oder baust Du etwas handwerklich, werden die Ergebnisse zu Beginn kaum überzeugend sein. Es wird Dir schwerfallen schnelle Erfolge zu sehen. Damit Du dennoch eifrig bei der Sache bleibst, musst Du die Geduld erlernen. Dann wirst Du nach entsprechender Übungsdauer und der Ausübung des Hobbys auch zufriedenstellende Ergebnisse erhalten.

Auch im Beruf ist die Geduld eine wichtige Fähigkeit. Diese hilft Dir dabei langfristig zu planen. Projekte können über einen längeren Zeithorizont ausgelegt sein und nur mit Geduld wird dieser Plan in die Tat umgesetzt.

Selbst wenn es mal nicht so läuft wie Du es Dir vorgestellt hast, wird Dich die Geduld davor bewahren die Aggressionen rauszulassen. Denn es wird Dir nicht helfen, die negativen Emotionen zu zeigen und womöglich richtest Du nur noch mehr Schaden an.

Wieso bist Du ungeduldig?

Geduld galt mal als wichtige Tugend. Eine Tugend, die heute immer mehr an Bedeutung zu verlieren scheint.

Die Welt scheint sich immer schneller zu drehen und das moderne Leben belohnt die Geduld nicht mehr so stark. Alles muss sofort geschehen und das Paket am besten nach dem Bestellen schon in wenigen Minuten vor der Tür liegen.

Informationen müssen nicht mehr mühsam in der Bibliothek gesucht werden, sondern sind schnell mit wenigen Klicks verfügbar. Das Internet macht es möglich und obwohl dies so vorteilhaft erscheint, sind damit auch Nachteile verbunden.

Denn in dieser modernen Zeit scheint die Fähigkeit zur Geduld abhandengekommen zu sein. Doch Geduld ist weiterhin wichtig und sollte im Leben nicht zu kurz kommen.

Wie heißt es so schön, „ein Meister ist noch nicht vom Himmel gefallen“. Selbst wenn in vielen Bereichen heutzutage die Geduld nicht mehr erforderlich ist, so wirst Du sie dennoch zu schätzen wissen. Dies zeigt allein schon die 10.000 Stunden Regel, die besagt, dass Fleiß und Zeit investiert werden muss, um ein Meister seines Faches zu werden.

Indem Du die Geduld erlernst, wirst Du langfristig einen höheren Erfolg sehen. Du bist nicht auf die kurzfristige Belohnung angewiesen, sondern hast das langfristige Ziel vor Augen. Damit wirst Du allein dank der Geduld eine erfolgreichere und zufriedenere Person werden.

5 Tipps, um die Geduld zu erlernen

Was kannst Du nun unternehmen, um geduldiger und gelassener zu werden? Hier sind 5 Tipps, mit denen Du besser mit Wartezeiten umgehst und Dein Mindset verbesserst.

Wartezeiten nutzen

Warten wird oftmals als Zeitverschwendung empfunden. Du kannst diese Zeit nicht so nutzen, wie Du es eigentlich vorhattest, sondern bist zum Warten verdammt.

Doch mit der richtigen Einstellung wirst Du selbst diese „tote“ Zeit positiv für Dich nutzen können. Gerade in der heutigen Zeit ist es möglich, das Smartphone für sinnvolle Tätigkeiten zu verwenden.

Auf dem Smartphone lässt sich etwa ein Buch lesen oder lernen. Wie wäre es denn mit einer neuen Sprache oder musst Du Dich noch für die nächste Prüfung vorbereiten?

Dann nutze die Wartezeit sinnvoll. Diese wird dann nicht mehr als gemeiner Zeitfresser angesehen, sondern mit einer förderlichen Tätigkeit verbracht.

Yoga und Meditation

Yoga - gelassener werden
Werde mit Yoga gelassener und finde Dein inneres Gleichgewicht

Fällt es Dir schwer mal ein paar Minuten für Dich zu sein und nach wenigen Minuten bekommst Du das Kribbeln in den Händen, doch mal wieder etwas zu tun?

Dann liegt der Verdacht nahe, dass Du immer unter einer gewissen Anspannung stehst. Du weißt gar nicht mehr, wie es mal ist, Zeit mit Dir zu verbringen und kannst Dich nicht so recht auf den jetzigen Moment konzentrieren.

Yoga und die Meditation helfen Dir dabei, die Gedanken zu lenken und Dich mehr mit dem Hier und Jetzt zu befassen. Dadurch wirst Du entspannter und kannst der Wartezeit gelassener entgegenblicken. Selbst wenn es mal etwas länger dauert, kommen nicht gleich die Aggressionen zum Vorschein, sondern Du wirst ausgeglichen reagieren.

Die Situation aus einem anderen Blickwinkel betrachten

Wie das Warten empfunden wird, hängt zu einem Großteil von Deiner Betrachtungsweise ab. Empfindest Du die Wartezeit als große Belastung, wird dies mit negativen Emotionen beladen sein. Du wirst Dich gestresst fühlen und nur wenig Geduld beweisen.

Indem Du jedoch die Zeit dennoch als nützlich betrachtest, wird die Wartezeit als weniger stressvoll empfunden. Halte also immer Aufgaben oder Tätigkeiten bereit, die Du während der Wartezeit ausführen kannst. Nimm entweder das Smartphone oder ein Buch zur Hand und Du wirst die Zeit sinnvoll nutzen.

Zudem sollte Dir bewusst sein, dass Niemandem geholfen wird, falls sich Deine Laune verschlechtert. Die Wartezeit verkürzt sich dadurch nicht, sondern wird noch belastender empfunden. Versuche Dir klarzumachen, dass die Ungeduld keine Unterstützung für Dich darstellt.

Ruhe bewahren

Setzt Du Dich selbst unter Druck, wenn eine Deadline näher rückt und bemerkst Du vielleicht gar nicht, wie Dich dies hetzt? Positiver Stress kann Dir durchaus nützlich sein und Dich zu Höchstleistungen antreiben. Im Übermaß führt dies aber eher dazu, dass Du mehr Fehler begehst und die Arbeit nicht ganz so sorgfältig ausgeführt wird. Zudem wirst Du immer ungeduldiger und hast einfach keine Ruhe mehr.

Lerne daher, Dich in bestimmten Situationen bewusst „runterzufahren“. Lasse Dich nicht so leicht aus der Bahn drängen, sondern bemerke, dass es Dir nicht hilft, Dich zu hetzen.

Bemerkst Du, dass der Zeitdruck gerade negativ auf Dich wirkt, kannst Du mit einer kleinen Atemübung oder Meditation dagegenwirken. Konzentriere Dich für einen Moment nur auf Deine Atmung. Atme tief ein und wieder aus. Dadurch stellst Du den Fokus wieder her und wirst Dich nicht von Deiner Ungeduld treiben lassen.

Das Warten aktzeptieren

Es ist verständlich, dass Du nicht warten möchtest und alles sofort geschehen soll. Doch die Realität sieht anders aus und es gibt einige Gegebenheiten, auf denen Du keinen Einfluss hast. Du bist nicht mal für diese Situationen verantwortlich, doch bist scheinbar der „Leidtragende“.

Du musst erkennen, dass das Leben nicht immer fair ist. Aber es ist auch nicht die Absicht, Dich zum Warten zu zwingen. Wenn Du mal wieder im Stau steckst, dann ist dies einfach eine Gegebenheit, die Du hinnehmen musst. Lerne so gut es geht mit der Situation umzugehen. Es lohnt sich nicht, sich darüber aufzuregen und die Aggressionen bringen Dich keinen Zentimeter weiter. Sie werden sogar schädlich sein und dazu führen, dass Du Dich nur noch mehr gestresst fühlst.

Eine wichtige Lektion im Leben ist, dass Du Dich nicht über Gegebenheiten aufregen solltest, auf die Du sowieso keinen Einfluss hast. Wenn Du es nicht ändern kannst, bleibt Dir nur noch das Akzeptieren und die Geduld, um diese Situation zu überdauern.

Verbessere Deine Geduld und Du wirst viel gelassener durchs Leben gehen, ohne Dich unnötig aufzuregen.