Sein Geld anzulegen und nur von der Dividende zu leben erscheint komfortabel. Du musst Dich um nichts mehr kümmern und Jahr für Jahr erhältst Du eine nette Summe, ohne etwas dafür aktiv zu tun.

Um eine möglichst hohe Dividende zu erhalten, könnten Dividenden-ETFs für Dich interessant sein. In der Finanzwelt werden diese Formen von ETFs sehr kontrovers diskutiert. Die Einen befürworten den regelmäßigen Cashflow, während die Anderen kritisieren, dass die Rendite bei anderen ETFs höher sei.

Wie sinnvoll sind Dividenden-ETFs und sollten diese in Deinem Portfolio eine Rolle spielen?

Beschreibung der Dividenden-ETFs

Die Dividende stellt eine Form der Gewinnausschüttung einer Aktiengesellschaft dar. Die Höhe der Dividende wird von den Unternehmen festgelegt. Diese ist in der Regel von der wirtschaftlichen Entwicklung abhängig. In der jährlichen Hauptversammlung wird die Höhe der Dividende bestätigt.

Hältst Du eine Aktie des Unternehmens, wird die Dividende automatisch an Dich ausgeschüttet. Da die Dividende pro Aktie festgelegt wird, erhältst Du mit einem höheren Aktienanteil auch eine höhere Dividende.

Überlegst Du, ob ein Dividenden-ETF für Dich sinnvoll ist, betrachtest Du eine spezielle Form des ETFs. Es handelt sich daher um einen Smart ETF, da eine bestimmte Gewichtung vorgenommen wird. Der ETF richtet sich nicht nur an einen Index, sondern wählt die Unternehmen nach bestimmten Kriterien aus. Damit wird das Ziel verfolgt, eine möglichst hohe Dividende zu erzielen.

Aufgrund der Auswahl und der Einschränkungen besteht ein höheres Risiko. Es werden nicht die Unternehmen gewählt, die insgesamt die höchste Performance bieten, sondern diejenigen, die gleichzeitig auch eine hohe Dividende ausschütten.

Es werden nur Unternehmen im Rahmen des ETFs aufgeführt, die eine hohe Dividendenrendite erzielen. Damit soll das Ziel erfüllt werden, dass die laufenden Geldausschüttungen sofort einen Gewinn realisieren und nicht erst, wenn der ETF verkauft wird.

Die Dividendenrendite

Doch welche Unternehmen werden nun im Rahmen eines Dividenden-ETFs aufgenommen?

Das wichtigste Kriterium ist die Dividendenrendite. Diese beschreibt das Verhältnis aus dem Aktienkurs und der Dividende. Mit der Investition in einen ETF wird erwartet, dass dieser eine ordentliche Rendite erzielt. Üblicherweise liegt diese zwischen 4 und 7 Prozent im Jahr.

Die Dividendenrendite ist im Durchschnitt etwas niedriger. Unternehmen liegen meist in einem Bereich der Dividendenrendite zwischen 2 und 3 Prozent. Dies bedeutet, dass Du bei einer Aktie im Wert von 10 Euro eine Dividende zwischen 20 und 30 Cent im Jahr erwarten kannst.

Die Dividende stellt jedoch nur eine Form des Gewinns dar. Natürlich ändert sich auch der Aktienkurs und dieser muss bei der Entwicklung mitbedacht werden. Die Gesamtrendite ergibt sich also aus der Dividende plus der Kursentwicklung. Wird zwar eine Dividende ausgeschüttet, aber der Aktienkurs ist stark abgerutscht, kann dies dennoch zu einer negativen Wertentwicklung geführt haben. Daher ist die alleinige Fokussierung auf die Dividende wenig sinnvoll.

Der Aktienkurs beeinflusst zudem direkt die Dividendenrendite. Sinkt etwa der Aktienkurs, bleibt die Dividende aber gleich, erhöht sich die Dividendenrendite, da das Verhältnis aus Dividende und Aktienkurs steigt. Auf der anderen Seite könnte ein steigender Aktienkurs zu einer geringeren Dividendenrendite führen.

Neben der Dividendenrendite sollte also auch der nominelle Betrag der Dividende berücksichtigt werden, um einschätzen zu können, wie sinnvoll der Dividenden-ETF ist.

Das gilt es bei der Dividende zu berücksichtigen

Höhe Dividende
Die Höhe der Dividende sagt kaum etwas über die wirtschaftliche Lage eines Unternehmens aus

Einen sicheren Cashflow zu besitzen kann die Nerven beruhigen und ein gutes Gefühl bescheren. Doch die Dividende ist keinesfalls als sicher zu bezeichnen. Schwankungen in der Höhe sind zu erwarten und in besonderen Situationen kann es auch vorkommen, dass die Dividende nicht gezahlt wird.

Dies ist abhängig von der wirtschaftlichen Entwicklung. Die Höhe der Dividende wird in der Hauptversammlung festgelegt und orientiert sich am wirtschaftlichen Erfolg des Vorjahres.

Beachtet werden muss, dass die Dividende einen Geldfluss darstellt. Der Gewinn verbleibt nicht im Unternehmen, sondern wird direkt an die Aktionäre ausgeschüttet. Damit verbleibt weniger Geld in der Aktiengesellschaft, um Investitionen oder eine Tilgung der Schulden zu tätigen. Dieses Geld wird entzogen und bremst die zukünftige Entwicklung.

Eine hohe Dividende könnte also bedeuten, dass ein Unternehmen nur noch wenig Wachstumspotenzial sieht und lieber im Status quo verharrt. Anstatt lukrative Investitionen zu tätigen, wird das Geld lieber an die Aktionäre ausgeschüttet. Damit könnte die Angst verbunden sein, dass das Unternehmen langfristig hinter der Konkurrenz zurückfällt, welche eine niedrigere Dividende ausschüttet und lieber in das eigene Unternehmen investiert.

Auf der anderen Seite steht jedoch die Betrachtungsweise, dass eine hohe Dividende ein Zeichen eines gesunden Unternehmens ist. Es erwartet einen höheren Gewinn in den zukünftigen Jahren und kann es sich schlichtweg leisten eine höhere Dividende zu zahlen.

Ob eine hohe Dividende nun für ein besonders aufstrebendes oder gesättigtes Unternehmen spricht, kann so eindeutig nicht beantwortet werden. Anhand der Dividende die wirtschaftliche Lage zu beurteilen ist daher kaum möglich. Selbst in Krisen-behafteten Zeiten versuchen Unternehmen mit einer konstanten Dividendenzahlung ein positives Signal zu senden und die Stimmung bei den Anlegern zu beruhigen.

Thesaurierend oder ausschüttend – Welche ETFs sind besser geeignet?

Wird eine Dividende ausgeschüttet, hat der ETF zwei Möglichkeiten mit dieser umzugehen. Der Fonds könnte die Einnahmen nutzen, um weitere Anteile des ETFs zu kaufen. Dies wird als thesaurierend bezeichnet. Die Dividende wird also nicht an den Anleger weitergegeben, sondern weiter in den ETF investiert. Diese Variante bietet den Vorteil, dass ein Zinseszinseffekt genutzt wird. Gerade bei einer langfristigen Betrachtung sollte dies genutzt werden, um eine höhere Rendite zu erzielen.

Ist Dir hingegen der direkte Geldfluss wichtig, kannst Du die ausschüttende Variante wählen. Hier wird die Dividende an den Anleger weitergegeben und nicht in den ETF investiert. Das Geld steht nicht für Investitionen bereit und der Zinseszinseffekt nicht ausgenutzt.

Entscheidest Du Dich für einen thesaurierenden Dividenden-ETF, wirst Du von den regelmäßigen Ausschüttungen profitieren. Durch das Wiederanlegen in den ETF nimmst Du den Zinseszinseffekt mit und bist weniger abhängig von der Entwicklung des Aktienkurses. Die Rendite des ETFs bezieht sich nicht ausschließlich auf den jeweiligen Kurs, sondern auch der Dividende.

Die Dividende könnte daher als „Sicherheitspuffer“ bezeichnet werden. In Krisenzeiten zeigt sich allerdings, dass Dividendenindizes deutlich stärker von dem Abwärtstrend betroffen sind. Damit stehen diese Werte oftmals schlechter dar und die Dividende wird diese Bewegung nicht auffangen können.

Ist ein Dividenden-ETF für Dich nun sinnvoll?

Von dem oftmals vorherrschenden Bild, dass die Dividende einen sicheren jährlichen Geldregen darstellt, solltest Du Dich verabschieden. Das Investieren in Dividenden-ETFs ist sowohl mit Vorteilen als auch Nachteilen verbunden.

Möchtest Du einen regelmäßigen Cashflow generieren, um damit Deine Lebenshaltungskosten zu bestreiten, ohne Anteile verkaufen zu müssen, sind ausschüttende Dividenden-ETFs durchaus sinnvoll. Du musst aber beachten, dass die Gesamtrendite geringer sein wird.

Bist Du nicht auf die Zahlungseingänge angewiesen, solltest Du Dich lieber für herkömmliche ETFs entscheiden. Diese weisen eine höhere Rendite auf und sind in Krisenzeiten wesentlich stabiler aufgestellt.

Wählst Du dennoch einen Dividenden-ETF, ist sehr detailliert die Performance zu prüfen. Lasse Dich nicht von der Dividende blenden, sondern behalte im Hinterkopf, dass dieses Geld nicht für Investitionen mehr zur Verfügung steht. Dann wirst Du selber die Entscheidung fällen müssen, wie sinnvoll ein Dividenden-ETF in Deinem Portfolio ist.

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